Berlin : Teure Süchte

Immer mehr Alkohol- und Tabakopfer in der Klinik

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Immer mehr Berliner müssen wegen der Folgen von Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus. Die Zahl der wegen Alkoholismus, Leberzirrhosen und Lungenkrebs behandelten Personen stieg von 21 350 im Jahr 2002 auf rund 23 000 im Jahr 2004. Das geht aus dem jetzt von der Gesundheitsverwaltung vorgelegten Gesundheitsbericht für das Jahr 2004 hervor. 71 Prozent der Betroffenen waren Männer. Die Behandlungskosten lagen bei rund 74 Millionen Euro, das sind durchschnittlich 3200 Euro pro Patient. Die Sterblichkeit allerdings blieb wegen der höheren Lebenserwartung und der verbesserten Behandlungsmethoden etwa auf gleichem Niveau. So starben im Jahr 2004 103 Frauen und 359 Männer an der Alkoholsucht und 609 Frauen beziehungsweise 1105 Männer an Lungenkrebs.

„Die Verbesserung der Gesundheitsförderung muss ein zentrales Anliegen der Gesundheitspolitik sein“, sagt Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS/Linkspartei). Deshalb müsse endlich das überfällige Präventionsgesetz auf Bundesebene verabschiedet werden.

Insgesamt wurden im Jahr 2004 604 000 Patienten in den rund 70 Berliner Krankenhäusern stationär versorgt. Häufigster Grund dafür waren Krankheiten des Kreislaufsystems. Im Schnitt waren jeden Tag 2430 der rund 21 000 Klinikbetten mit Herz-Kreislauf-Patienten belegt. An zweiter Stelle folgt bereits die Therapie psychischer Erkrankungen, für die täglich rund 2260 Betten benötigt wurden. Die Zahl der Patienten, die zum Beispiel wegen Depressionen ins Krankenhaus mussten, stieg von 4378 im Jahr 2000 auf 6254 vier Jahre später. I.B.

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