Berlin : Teurer Goldjunge

Ab heute gibt’s Karten für das Robbie-Willams-Konzert – zu Preisen, die auch Händler unverschämt finden

Lars von Törne

Wahrer Reichtum, das weiß auch Pop-Millionär Robbie Williams, ist keine Frage des Geldes, sondern des Lebensglücks. „I know when I’m with you / I’m a rich man baby“, sang Williams einst in seinem Song „Grace“. Dass der britische Musiker trotzdem sein materielles Wohlergehen nicht aus dem Blick verliert, werden an diesem Montagmorgen die Fans zu spüren bekommen. Um 10 Uhr gehen die Karten für sein Konzert am 9. Oktober im Velodrom in den Handel – zum Rekordpreis von 98,90 Euro pro Person.

Wer eines der rund 7500 Tickets ergattern will, muss früh aufstehen. Die Kartenverkäufer erwarten lange Schlangen, auch wenn die Zahl der Karten pro Verkaufsstelle sehr begrenzt ist. „Wir werden in zehn Minuten unser Kontingent verkauft haben“, prophezeit eine Verkäuferin beim Ticketbüro Ars Scribendi in den Potsdamer-Platz-Arkaden. Den Preis findet die Händlerin schlicht „unverschämt“: „Das ist neben den Rolling Stones eins der teuersten Konzerte, für das wir jemals Karten verkauft haben“, sagt sie und wundert sich, dass die Kunden sich nicht abschrecken lassen.

Zu den größeren Vorverkaufsstellen gehört die Kasse an der Max-Schmeling- Halle in Prenzlauer Berg. Auch hier erwartet man einen Ansturm auf die Karten, sagt eine Mitarbeiterin. Wer nicht anstehen möchte, könne sein Glück auch bei der telefonischen Vorverkaufsnummer 4430 4430 versuchen. Noch mehr Glück braucht, wer sich an der Verlosung einiger, weniger Karten beteiligen will, die Sponsor T-Mobile ab heute täglich auf der Funkausstellung durchführt.

Das Konzert ist die einzige Show weltweit, bei der Williams, der bislang mehr als 51 Millionen Alben verkauft hat, seine Ende Oktober erscheinende neue CD „Intensive Care“ vorstellen will. Gerüchte über eine Tournee 2006 will bislang niemand bestätigen. Diese Exklusivität ist einer der Gründe für den außergewöhnlich hohen Preis für die Karten, heißt es beim Sender „Radio Eins“, der die Show präsentiert. „Das ergibt sich aus Angebot und Nachfrage.“ Ab 9 Uhr wird auf diesem und anderen Sendern am Montagfrüh auch die erste Single-Auskoppelung aus dem Album zu hören sein, der Song „Tripping“. Der ist laut Robbie Williams eine „Mini-Gangster-Oper“.

Im Vergleich zu Williams’ Auftritt wirken die weiteren Berliner Spitzenkonzerte der kommenden Monate fast schon billig. Tickets für Bob Dylan, der am 25. Oktober in der Stadt ist, kosten gut 50 Euro, Nena (26. November) und Moby (8. November) kann man jeweils für rund 40 Euro sehen. Lediglich David Copperfield nähert sich preislich Robbie Williams an: Für seine Shows im November verlangt der Magier bis zu 83 Euro.

Dass manche Robbie-Williams-Fans bereit sind, fast jeden Preis für einen Auftritt ihres Idols zu zahlen, sieht man im Internet. Dort werden schon vor dem offiziellen Vorverkauf Tickets versteigert – bei Erstgeboten von mehr als 300 Euro pro Stück.

Fans mit kleiner Geldbörse werden sich auf die Konserve beschränken müssen. Williams’ Berliner Konzert soll gefilmt und später im Kino und im Fernsehen ausgestrahlt werden. Oder man kauft sich einfach die CD – die soll ab 24. Oktober in den Läden stehen.

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