Berlin : Thälmann-Tochter beigesetzt: Trauerfeier auf dem Friedrichsfelder Zentralfriedhof

Rund 200 Freunde und Weggefährten erwiesen Irma Gabel-Thälmann am Montag die letzte Ehre auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde. Die Tochter des von den Nationalsozialisten ermordeten KPD-Chefs Ernst Thälmann war am 11. Dezember 2000 im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben. Die zentrale Gedenkrede hielt Ingrid Rabe-Lugebiel, Vorstandsmitglied der Lagergemeinschaft des Konzentrationslagers Ravensbrück. Rabe-Lugebiel, Tochter einer KZ-Überlebenden, war mit Irma Gabel-Thälmann eng befreundet.

Auf dem Zentralfriedhof befindet sich auch die "Gedenkstätte der Sozialisten", die an führende Repräsentanten der Arbeiterbewegung erinnert. Dort liegen etwa die Gräber von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Franz Mehring. Ernst Thälmann wird mit einem Gedenkstein symbolisch geehrt. Die Gedenkstätte ist seit 1988 geschlossen, als Letzter wurde dort das Politbüromitglied Werner Felfe beerdigt.

Die Thälmann-Tochter war im April 1944 als 25-Jährige verhaftet und in das Nebenlager Neubrandenburg des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück gebracht worden. Dort erfuhr sie von der Ermordung ihres Vaters im August desselben Jahres im KZ Buchenwald. Bekannt geworden war Irma Gabel-Thälmann in der DDR unter anderem durch ein Kinderbuch, in dem sie über ihre Kindheit und das Leben mit Vater "Teddy" erzählte. In der DDR war die Frau, die 1946 der SED beitrat, vor allem ehrenamtlich aktiv. Nach 1990 gehörte sie zeitweise der wiedergegründeten KPD an. Von der PDS hatte sie sich wegen des nach ihrer Einschätzung "sozialdemokratischen" Programms getrennt.

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