Berlin : Theater mit Ball und Seil

Gymnasten treffen sich in Berlin

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Berlin. Wie eine 16-Jährige sieht Annika Rejek wahrlich nicht aus. Bei einer Größe von 154 Zentimetern und einer sehr schlanken, noch kindlichen Statur wirkt die Rhythmische Sportgymnastin eher wie im Alter von elf oder zwölf. Aber das ist in ihrer Sportart nicht außergewöhnlich. Obwohl hier seit einiger Zeit der Trend zu größeren Turnerinnen geht. Ungewöhnlich dagegen war ihre Leistung bei den deutschen Meisterschaften im Mai. Dort gewann die Leverkusenerin überraschend vier Titel: im Mehrkampf und mit Seil, Ball und Keulen – mit den Reifen wurde sie Zweite. Und deshalb darf sie neben Olga Lukjanov und Isabell Piepiorra am Wochenende beim Berlin World Cup in der Max- Schmeling-Halle starten.

Über eine Platzierung bei ihrem ersten großen Wettkampf möchte die Schülerin nicht spekulieren. „Ich will alle Elemente sauber turnen“, sagt Rejek bescheiden, „und hoffe, dass es eine gerechte Wertung gibt.“ Immerhin wird die gesamte Weltelite am Start sein: die Weltmeisterinnen Tamara Jerofejewa (Ukraine) und Simona Peitschewa (Bulgarien), die in der Grand-Prix-Rangliste führende Russin Sarina Gisikowa sowie die Europameisterinnen Alina Kabajewa und Irina Tschaschina (beide Russland), die zum ersten Mal nach einer fast einjährigen Dopingsperre wieder starten dürfen. Nicht zuletzt lockt das Preisgeld von 20 000 Euro insgesamt 35 bis 40 Gymnastinnen aus 25 Ländern in die Hauptstadt.

Der Kartenvorverkauf für den zum zweiten Mal ausgetragenen Berlin World Cup – in diesem Jahr wurde er in die Grand-Prix-Serie aufgenommen – läuft gut. Die Veranstaltung ist „im Prinzip ausverkauft“, sagt Turnierdirektor Jens-Uwe Kunze zufrieden. Für Sonntag sind noch 300 Sitzplätze zu haben. Und auch der Präsident des Berliner Landessportbundes, Peter Hanisch, erwartet einen faszinierenden Wettkampf. Im letzten Jahr sei in der eher sterilen Schmeling-Halle „fast schon eine Theateratmosphäre“ erzeugt worden. Auch diesmal wird die Halle festlich geschmückt sein. Außerdem soll von den Zuschauern eine „Miss Turnier“ gekürt werden. Dann sagt Hanisch noch etwas: „Berlin ist die Stadt der Rhythmischen Sportgymnastik.“ Das ist neu. Jörg Petrasch

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