Berlin : Theatertreffen: "Rabatz am Hermannplatz" heute in der Wuhlheide

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"Die Hundescheiße bleibt da liegen!" Da kennt Gundula Lukas nichts und wird auch mal laut. Das bekommen allerdings nur die wenigsten der 40 Kinder im Musikraum der Franz-Schubert-Grundschule in Neukölln mit. Chaos. Der Hundehaufen ist aus Plastik und Teil des Bühnenbildes von "Rabatz am Hermannplatz", einem Musical-Theaterstück, das die Theater-AG der Grundschule am Sonntag zur Eröffnung des "Schultheaters der Länder" präsentieren wird. Gundula Lukas ist die Theaterpädagogin, die das Projekt im Auftrag der Neuköllner Oper betreut.

"Unproblematisch waren die Proben eigentlich nie", sagt die Musiklehrerin Inke Roth. Entweder waren nicht alle Kinder da, oder einige hatten ihre Kostüme und Musikinstrumente nicht dabei. Die Erziehung der Kinder entspreche hier eben nicht "der feinen Zehlendorfer Schule". Die Grundschule liegt mitten im Kiez am Hermannplatz und hat mit den ortsüblichen Problemen zu kämpfen. Viele Kinder sprechen nur schlecht Deutsch. Sie kommen aus 19 unterschiedlichen Ländern. "Das ist nicht immer einfach", gibt Schuldirektorin Margrit Maurer zu. Das Projekt "Rabatz am Hermannplatz" kommt da gerade recht.

In dem Stück bringen die Kinder die Probleme auf die Bühne, die sie täglich in ihrer Wohngegend erleben. Gewalt ist zwar nicht alltäglich, kommt aber immer wieder vor. "Was schauspielerisch nicht so doll ist, gleicht der Charme des Kiezes wieder aus", sagt Ingetraud Bönte. Man könnte meinen, sie sei ein bisschen stolz auf die widrigen Umstände unter denen das Stück entstand. Stolz sind auch die Kinder auf das Geleistete. Viele Kollegen hätten bestätigt, dass besonders die türkischen Mädchen viel selbstsicherer auftreten und sich das Deutsch der jungen Darsteller durch die langen Probenarbeiten verbessert hätte.

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