THEKEN Tanz : Buck & Breck

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An dieser Stelle muss einmal „Mixology“ gelobt werden.  Das opulent gestaltete Magazin berichtet aus der großen weiten Cocktailwelt, mit einem kaum zu übertreffenden Mix aus Leidenschaft und connaissance. Neben Drinks und Spirituosen werden neue Bars vorgestellt, diese Quelle der Erkenntnis nutzt von Zeit zu Zeit auch der drinking man. So präsentierte „Mixology“ zu Beginn des Jahres das „Buck & Breck“ an der Schnittstelle zwischen Mitte und Prenzlauer Berg. Hier rührt und schüttelt der aus Portugal stammende Gonçalo de Sousa Monteiro. Er zählte einst zur Crew der Victoria Bar, bekanntlich eine der besten Cocktailstätten in Berlin.

Da waren natürlich die Erwartungen ans Buck & Breck hoch. Zumal der Name vom Willen zu exzentrischer Originalität kündet: „Buck“ James Buchanan war der 15. Präsident der USA (1857 bis 1861), mitverantwortlich für die Katastrophe des Bürgerkriegs zwischen Nord- und Südstaaten. Als Vizepräsident amtierte „Breck“ John C. Breckinridge, dann General der Konföderierten.

Von außen ist das Lokal kaum zu erkennen. Im Schaufenster standen eine Quadersäule mit leerem Glas oben sowie eine Haushaltsleiter. Das Klingelschild verkündet knapp „Bar“. Gonçalo de Sousa Monteiro bat freundlich in sein dunkles Minireich hinein. Es besteht nur aus einem großen Tresenkorpus, bedeckt mit einer schwarzen, elefantenhautartigen Auflage. Drumherum sind kaum mehr als ein Dutzend Hochstühle gruppiert. Tische gibt es nicht. An einer Wand hängt, gestickt, der altdeutsche Spruch „Grüß Gott, tritt ein, bring’ Glück herein.“

Im Tresenkorpus tüftelte Gonçalo de Sousa Monteiro wie ein Chemieprofessor am Labortisch, zog Flaschen und Fläschchen aus Vertiefungen und komponierte Cocktails für meist kleine Gläser. Das erinnert an die alten Bars in Barcelona, in denen die Kunst des auf das Wesentliche konzentrierten elegant drinking gepflegt wird. In der Karte werden zudem unter bizarren Titeln wie „Escapadistically“ nicht übermäßig viele Cocktails angeboten.

Der drinking man und ein compañero probierten einen West Indian Planter’s Punch (Heavy Bodied Rum, Lime, Gomme, Angostura, Plain Water, Nutmeg), einen Casino (Navy Gin, Maraschino, Lemon, Orange Bitters), einen Creole Gimlet (Dry Gin, Falernum, Lime Cordial, Peychaud’ Bitter), einen Chinese Lady (Dry Gin, Chartreuse, Grapefruit, Lemon Bitters) und einen Port Wine Cocktail (Port, Cognac, Orange Triple Sec, Aromatic Bitters). Und wie es war? Kurz: alles superb.

Hier sollte man viele Stunden trinken. Rauchen darf man auch. Die Stadt ist um ein Juwel reicher. Obrigado, Senhor Gonçalo de Sousa Monteiro. Frank Jansen

Buck & Breck, Brunnenstraße 177 in Mitte, tägl. ab 20 Uhr

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