Berlin : Thekentanz: Astro-Bar

Astro-Bar[Friedrichsh],Simon-Dach-Straße 40[Friedrichsh]

Die Wände sind rot und auch das Polster, in das die Gäste gerade eingesunken sind, ist rot. Aber Alarmstufe Rot muss hier niemand ausrufen. Obwohl das zum Ambiente passen würde. Blinkende Lichtlein an den absichtlich alten Schaltkästen hier, geradezu antike Tonbandgeräte dort sollen eine Kommandobrücke auf einem Schiff der Sternenflotte darstellen. An den Wänden kleine Bildchen von Trash-Filmen der frühen Science-Fiction-Ära. Sehr hübsch: die kleinen Roboter und Weltraum-Plastik-Spielzeuge. Fehlt also nur noch der Kommander, der die Befehle gibt: Schutzschilde aktivieren! Laserkanonen klar machen! Aber in der Astro-Bar bleibt alles ruhig und auf Kurs, Mannschaft und Gäste sind guter Dinge.

In der Simon-Dach-Straße ist die Lounge so etwas wie die Supernova unter den leuchtenden Sternen dieser Kneipen-Milchstraße. Es sind Läden wie die Astro-Bar, die den Ruf der Straße festigen, eine der ersten Ausgeh-Adressen der Stadt zu sein. So richtig voll wird es erst ab zehn, dann kommt die ebenso handybewaffnete wie alternativ-studentisch und nicht übertrieben szenig geprägte Kundschaft in die Bar. Der DJ legt Reggae-Singles auf, die Lautstärke ist moderat. Unterhaltungen sind also ohne weiteres möglich. Dass die Astro-Bar so beliebt ist, liegt nicht nur an ihrem hübschen und fantasievollen Interieur mit stringentem 60er- und 70er-Jahre-Ambiente, nein, es dürfte auch an den Preisen liegen. Ein Bier und ein Martini. Macht 7,50. Auch die Cocktails, schön groß, kosten zwischen acht und zehn Mark. Das freut die Gäste aus anderen Kneipen-Galaxien und die Stammgäste kommen alle gerne wieder.

Kleine Randbemerkung: Eigentlich hätte an dieser Stelle das Pair-a-Dice gewürdigt werden sollen, das seit einiger Zeit seine Gäste am Platz der Luftbrücke erwartet. Ein neuerlicher Besuch in der neuer Bar-Lounge schlug jedoch jüngst fehl: "Wegen Umbau bis Februar geschlossen" verkündete ein Aushang. Das kann in der Gastro-Szene bekanntlich alles mögliche bedeuten, muss aber nicht heißen, dass tatsächlich etwas verändert wird. Jetzt heißt es abwarten, ob und in welcher Form das Pair-a-Dice weitermachen wird. MATTHIAS OLOEW

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