Berlin : Thekentanz: Erdbeer, Max-Beer-Straße, Mitte

Matthias Oloew

Alles mögliche hat gerade Saison, aber nicht die Erdbeere. Wenn aber der Clubname im ganzen Jahr überzeugend gehuldigt werden soll, müssen die namens- und sinnstiftende Dinge eben auf den Tisch, koste es, was es wolle. Also sind die Erdbeeren, an denen unermüdliche Hände herumschnippeln, ziemlich klein. Und aromatisch sehen die kleinen roten Kügelchen auch nicht aus. Aber, immerhin, es sind Erdbeeren, und so können die Gäste auch heute Abend wieder die Erdbeercocktails ordern, die dann tatsächlich aus frischem Obst hergestellt werden. Das würde nach einer guten Geschäftsidee aussehen, wenn auch der Rest ordentlich umgesetzt werden würde.

Auf die Margaritas müssen die Gäste auch schon mal eine halbe Stunde warten. Nicht etwa, weil die Erbeeren noch nicht geputzt sind, sondern weil die gespülten Gläser ausgegangen sind. Es meckert trotzdem keiner, weil das Publikum, überwiegend ebenso szenisch wie studentisch geprägt, darauf augenscheinlich nicht so viel Wert legt. Das Publikum vermittelt ohnehin den Eindruck, man habe eine intime Klassenparty gestört. Der DJ legt schweres Easy-Listening auf. Sogar die deutsche Version des Musicals "Hair" ist in seiner Plattenkiste. Schade nur, dass zum Tanzen - sollte man wirklich vorhaben, sich zu dieser Musik zu bewegen - kein Platz ist. Denn auf den Stühlen und in den Polstern (alles im trendigen 70er-Jahre-Look) räkelt sich das Publikum in großer Enge und streckt die Beine aus. Achtung Stolperfalle. Da ist man schnell herausgestolpert. Besser so.

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