Berlin : Thekentanz: Kaffee Burger, Torstraße 60, Mitte. Programmhinweise beachten.

Matthias Oloew

Authentizität ist im Moment ganz wichtig. Echt ostig soll es sein. Das ist, zehn Jahre nach der Einheit scheinbar ein Muss. Frei nach dem Motto: Wir erhalten das, was wir anderswo nicht mehr haben. Eines dieser Refugien ist das Kaffee Burger. Das Kaffee Burger ist Kult.

Am Interieur hat sich rein gar nichts verändert. Altbackene Muster an den Wänden, also Tapeten, die jeder schon einmal abgerissen hat, der eine Berliner Altbauwohnung sanierte. Hier haben sie Bestandsschutz. In der Vitrine ein Buch zum FC Union, auf der Karte stehen Blini, Pelmeni und Piroggen für sieben und acht Mark. Das ist er also, der tiefe Osten. So sieht er aus, so schmeckt er, so riecht er. Aber ist das auch wirklich authentisch?

Auf der kleinen Bühne steht eine Band, die melancholischen Pop in der Art von Element of Crime macht. Das Publikum lauscht andächtig. Das Lokal ist rappelvoll. Eine schöne Atmosphäre ist das, auch weil das Publikum so bunt gemischt ist. Gesichtskontrolle? Klamottencheck? Gibt es hier nicht. Ins Kaffee Burger zu gehen, heißt, entspannt einen Abend zu verbringen, oder eine lange Club-Nacht im Morgengrauen zu beenden.

P.S. Zum Thema Authentizität noch ein Tipp: Am Dienstag wird im Rahmen der wöchentlichen Verbrecherversammlung "10 Jahre Mainzer Straße" gedacht.

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