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Foto: Georg Moritz
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Familie in Berlin

VON DER SCHWÄBISCHEN ALB IN DIE GROSSE STADT

Manchmal versteht Stefanie Brickwede die Berliner nicht. Sie schließen ihre innerstädtischen Flughäfen und sträuben sich gegen den Weiterbau der A100. „Das ist doch Lebensqualität“, sagt die 38-Jährige, Managerin bei der Deutschen Bahn. Dafür nervt sie, dass die Straße des 17. Juni ständig wegen Veranstaltungen gesperrt ist. Auf dem Weg nach Berlin machte die Schwäbin Zwischenstopps in New York und Paris – aber so viel Grün und günstige Preise wie in Berlin fand sie nirgends. Brickwede schwärmt von den vielen kleinen Läden für jeden Geschmack und von spontanen Theaterbesuchen. Vor zwei Jahren zog sie mit Ehemann Hans-Peter, der in der Verwaltung im Unfallkrankenhaus Marzahn arbeitet, von Neukölln nach Lankwitz. Sohn Julius, 2, sollte im Grünen aufwachsen. Julius spielt gerne Lego und tobt mit den Eltern durch Haus und Garten. Nicht genug könne er von Büchern über Baufahrzeuge und Eisenbahnen kriegen, sagt seine Mama. Dass sie ein Jahr nach der Geburt wieder arbeiten gehen würde, stand fest. Schwierig sei nur, wieder in eine gute Position zu kommen. Kennengelernt hat sich das Paar 1995 beim Studium in Hannover. In Lankwitz mag die kleine Familie das Ländliche: Sie geht gern ans Tiergehege in den Gemeindepark, der Nachbar hat Ziegen und Esel, man plauscht am Gartenzaun. „Man achtet aufeinander“, sagt Brickwede. Nur die geplanten Flugrouten vom Flughafen BBI machen ihr Sorgen, und die vielen Schlaglöcher auf den Straßen nerven sie. Wenn es im Auto ordentlich rummst, freut sich nur Julius. Christoph Spangenberg

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