Berlin : Theoretisch toll

Die Berliner CDU denkt über Friedrich Merz nach

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So schnell kann das gehen – ein starker Auftritt gegen Klaus Wowereit, schon ist man BürgermeisterKandidat der Hauptstadt-CDU. Jedenfalls theoretisch und unter allerlei Vorbehalten.

Friedrich Merz, eine der Größen der CDU, konnte gestern über sich in der „Bild“-Zeitung lesen, er habe sich mit einem strammen Aufritt „wieder als Herausforderer“ Klaus Wowereits „für die Wahl 2006 ins Gespräch“ gebracht. Merz hatte, wie berichtet, beim Jubiläum der Fluggesellschaft „Windrose Air“ geredet – nach Wowereit, aber über Berliner Politik und voller Angriffslust. Merz’ Prominenz und Kompetenz reichen, darüber ist man sich in der Berliner CDU einig, für eine theoretisch-virtuelle Kandidatur völlig aus. Anders gesagt: Im durch die Bundestagswahl etwas derangierten Landesverband hätten sie Merz gerne als Vormann. Aber so gut sind auch die Berliner CDU-Strategen, dass sie wissen: Bevor man mit Merz über so etwas redet, müssen sich ein paar Dinge klären.

Dass er der Berliner CDU helfen könnte – unbestritten. Dass das für ihn auch sinnvoll sein könnte – unbestritten. Macht gewinnt man in der Merkel-CDU am ehesten als Sieger bei einer Landtagswahl. Die Berliner CDU gilt im Bund nicht viel. Aber die Berliner Bühne bietet Prominenzgewinnchancen und könnte deshalb für Merz interessant sein.

Hier wird die Sache, auch darüber sind sich die Berliner CDU-Strategen einig, schon schwerer zu kalkulieren: Hätte Merz, wenn er denn wollte, die realistische Chance, die Berliner CDU von 22 Prozent derart nach oben zu reißen, dass Wowereit verliert? Sarkastisch sagt dazu ein Berliner CDU-Fürst, man könne sich derzeit auch fragen, ob der Landesverband überhaupt einen Spitzenkandidaten brauche. Zu solchen Grübeleien kommt eine andere, wichtigere. Merz habe mit seiner vor Tagen veröffentlichten Kritik an Merkels Wahlkampf ahnen lassen, woran der denkt, sagt ein kluger Berliner Beobachter: an die Zeit nach Angela Merkel, die in zwei Jahren komme. wvb.

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