Berlin : Thierse schlägt eine rote Mauerlinie vor Weiter Streit um Gedenken an die Teilung

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Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat angeregt, den einstigen Mauerverlauf zu markieren. „Um die Spuren des Grenzregimes sichtbar zu halten, würde ich in der ganzen Stadt den ehemaligen Mauerverlauf mit einer deutlichen roten Linie sichtbar machen“, sagte er zur Zeitschrift „Super Illu“ und nahm damit Stellung zu der aktuellen Debatte um die Form des Gedenkens an die MauerZeit.

Die Berliner FDP hat dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vorgeworfen, das private Mauermahnmal am Checkpoint Charlie aus Gehorsam gegenüber dem Regierungspartner PDS abzulehnen. Wowereit werde hier „offenbar von seinem Koalitionspartner ferngesteuert, dem nicht daran gelegen ist, die Mauer im langfristigen Gedächtnis der Stadt deutlicher zu verankern“, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Lindner. Der Besucherandrang am früheren Grenzübergang strafe Wowereit Lügen. Wowereit hatte im Tagesspiegel-Interview gesagt, Berlin brauche keine neuen Gedenkstätten und auch keine neu errichteten Mauern.

Die Grünen forderten unterdessen ein öffentlich verantwortetes Gesamtkonzept für diesen Ort als Platz für das Gedenken an die Mauer. Der Fall der Mauer vor 15 Jahren und der Streit um das Gedenken wird an diesem Donnerstag auch Thema in der Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses sein. Die Initiatorin des Mahnmals, Alexandra Hildebrandt, sagte, sie sei enttäuscht über Wowereits Ablehnung. Schließlich gebe es sonst sehr großen Zuspruch zu der Installation. Bisher habe der Senat auf ihr Gesprächsangebot noch nicht reagiert.dpa

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