Berlin : Thomas Heilmann (CDU), Justiz und Verbraucherschutz

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Er ist ein Mann mit vielen Talenten: ein ausgebuffter Werbeprofi, ein früherer erfolgreicher Unternehmer und Vize-Chef der Berliner CDU. Er half, die Berliner Union als weltoffene Großstadtpartei neu auszurichten. Und als einer der wichtigsten Berater von Parteichef Frank Henkel gehörte er immer in die engere Wahl für die Senatsriege. Seine Berufung in den Senat als Nachfolger des zurückgetretenen Parteifreundes Michael Braun kam Anfang Januar jedoch völlig überraschend. Als Nachrücker gilt für den 47-Jährigen noch die 100-Tage-Schonfrist. Doch er setzt munter seine Duftmarken im Justizbereich, in dem er „einige dicke Bretter“ bohren wolle, wie er einmal sagte. Zwei Wochen nach Amtsantritt kündigte er eine Gesetzesinitiative an, um Immobilienkäufer künftig besser vor Betrügern zu schützen. Eine sensible Angelegenheit, da Michael Braun wegen der Beurkundung umstrittener Immobiliengeschäfte zurückgetreten war. Kurz danach verkündet er die Einführung der elektronischen Fußfessel in Berlin. Und den Jugendarrest will er auch verschärfen. Heilmann prescht schnell vor, kündigt vieles an. Ob auch alles wirklich so umgesetzt werden kann, wird sich zeigen.Der Justizapparat ist eine „Schlangengrube“; Senatoren ohne Insiderkenntnisse haben es nicht leicht in Berlin. Heilmann gibt seine fehlenden Kenntnisse auch offen zu. Doch sein offener, kommunikativer Stil hilft ihm, Unterstützung in einer Verwaltung zu finden, die als schwerfällig gilt. Vielleicht überrumpelt Heilmann den einen oder anderen Beamten durch sein schnelles Tempo. Aber auch das spricht für ihn: Dadurch gibt er anderen kaum Gelegenheit, gegen seine Pläne zu opponieren. sib

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