Tiere gequält, Land verklagt : Küken vor dem Berliner Verwaltungsgericht

Ein Berliner kaufte im Internet 15 Küken, quälte sie - und klagt jetzt gegen die Rechnung, die ihm das Amt schrieb, nachdem es die Tiere eingezogen hatte. Unser Autor macht sich Gedanken übers Federvieh.

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Küken sind irgendwie fast immer schlecht dran.
Küken sind irgendwie fast immer schlecht dran.Foto: dpa

Statt der an dieser Stelle gewohnten Rubrik „Da lachen ja die Hühner“ steht hier heute eine Geschichte, bei der den Hühnern das Lachen vergeht. Es ist die Geschichte von Herrn Ü., der das Bezirksamt Lichtenberg verklagt hat und deshalb nächste Woche das Verwaltungsgericht beschäftigt. Herr Ü. erwarb im vergangenen Jahr 15 Küken – im Internet, weil es im Laden ja nur tote Tiere gibt. Die Küken vegetierten in einem Pappkarton zwischen Kot und Körnern ohne Wasser. Nach einem anonymen Tipp kassierte das Veterinäramt die Geschöpfe ein und brachte sie zur Tiersammelstelle, wo sie 17 Tage blieben. Der Onlineshopper wollte sie nicht wiederhaben. Was er aber bekam, war eine Rechnung vom Amt über 1897,38 Euro gemäß Tierbetreuungsbenutzungsgebührenverordnung: 7,16 Euro pro Tag und Huhn für Kost und Logis plus zwei mal 35,79 Euro für die Transportbehälter. Gegen diese Gebühren klagt Herr Ü. jetzt.

Tatsächlich kann man für 7 Euro auch im Hostel wohnen. Und für zweimal 36 Euro fährt einen ein Taxi allemal nach, sagen wir, Tegel. Schöne Vorstellung, wie 15 Küken ins Flugzeug steigen und irgendwo hinfliegen, wo es keine Rindviecher gibt, die Tiere im Internet kaufen und dann fast verrecken lassen. Aber oben in der Luft kommt doch wieder die Stewardess und fragt: „Pasta oder Hühnchen?“ Ja, Küken sind arme Schweine. Und Donnerstag ist Veggie-Day für alle, die wollen.

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