TIERE ÜBERWINTERN : Ein Bett im Kühlschrank

Foto: picture alliance/gms/Arno Burgi
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SCHILDKRÖTEN

Rein in den Kühlschrank, Tür zu – und tschüss bis zum nächsten Frühjahr? „Ganz so einfach geht es nicht“, sagt der Berliner Fachtierarzt für Reptilien Frank Mutschmann. Ein Kühlschrank ist zwar als Winterquartier gut geeignet. Dennoch ist einiges zu beachten. Die Luftfeuchtigkeit sollte 75–80 Prozent, die Temperatur sechs bis acht Grad betragen. Die Tür gelegentlich öffnen, um Sauerstoff hineinzulassen. So schlummern die gepanzerten Reptilien sicher, bis sie im März/April aufwachen.In die Überwinterungskiste sollte ein Mix aus sterilisierter Terrarienerde, Torfmoos und Holzspänen. Die Kröten buddeln sich ein. Eine Handvoll Buchenlaub (schimmelt nicht) drüberstreuen, fertig.

EIDECHSEN

Bei heimischen Eidechsen sollten Wärmelampe und Licht im Terrarium ab Oktober gedimmt und die Beleuchtungszeit verkürzt werden. Ab November dann: Heizung aus, kaltstellen – am besten in einem dunklen, frostfreien Kellerraum. Temperatur: nicht über 8 Grad.

MOLCH UND CO.

Das Wasser im Aquarium sollte für Molche oder Frösche gut gekühlt sein. Knapp über null Grad, empfehlen Experten. Als Unterschlupf brauchen die Amphibien Felshöhlen.

TEICHFISCHE

. . . können im Gartenteich überwintern, falls der mindestens 80 Zentimeter tief ist. Das Gewässer darf aber nie ganz zufrieren, sonst fehlt Sauerstoff. Ab zehn Grad Wassertemperatur fressen Fische nicht mehr, sie verharren am Teichgrund.

AUSZEIT

Nur von Reptilien und Amphibien aus nördlichen Klimazonen muss man sich im Spätherbst vorübergehend verabschieden. Warmblütige Heimtiere brauchen in der Regel keine Winterruhe.



VON WEGEN SCHLAF

Nimmt man es genau, schlafen Kaltblüter nicht, sie fallen in eine Winterstarre. Ihr Stoffwechsel wird extrem reduziert. Klettern die Temperaturen um ein paar Grad während der Winterruhe, werden sie wieder aktiv – im Gegensatz zu warmblütigen Winterschläfern, die so gut wie nichts aufweckt. Christoph Stollowsky

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