• Tiergartens CDU will, dass die Love Parade abwechselnd an drei Orten in der Stadt läuft

Berlin : Tiergartens CDU will, dass die Love Parade abwechselnd an drei Orten in der Stadt läuft

brun

Einmal im Tiergarten, ein Jahr später auf der Karl-Marx-Allee zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz, im übernächsten Jahr auf der Heerstraße zwischen Theodor-Heuss-Platz und Spandau: So stellt sich der CDU-Kreisverband Tiergarten die Love Parade der Zukunft vor. "Die CDU Tiergarten bekennt sich zur LoveParade, aber für den Tiergarten wird es jetzt zu viel", sagte der CDU-Kreisvorsitzender Peter Kittelmann am Mittwoch und gab das Parole "Rotation" aus. Der langjährige Abgeordnete des Bundestags und des Europaparlaments steht kurz vor seinem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus und will ganz offenbar nicht warten, bis im Senat und den Bezirksrathäusern alles entschieden ist. Ein Echo auf seine Vorschläge gebe es nicht.

"Wir sind stolz, dass eine Million Menschen zur Love Parade nach Berlin kommen, aber die Probleme werden zu groß", sagte Kittelmann und verwies auf unzumutbare Zustände in Tiergartener Wohngebieten während der jüngsten Parade im Sommer: "Hansaviertel und Burggrafenviertel wurden in Kloaken verwandelt." Von der Idee, die Love Parade auf den Flughafen Tempelhof oder auf die Avus zu verlegen, hält Kittelmann gar nichts. "Wer das vorschlägt, ist ein Gegner der Veranstaltung", sagte er.

Horst Porath (SPD), der Baustadtrat des Bezirks Tiergarten, hat seine ablehnende Haltung zur Love-Parade nie verhehlt. "Die Love Parade kann rotieren, wo sie will, Hauptsache die Strecke geht nicht durch den Tiergarten", sagte Porath, der sich im Übrigen von Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) hingehalten fühlt. "Ende Juni hatten wir den Runden Tisch zur LoveParade. Der Arbeitskreis Alternativrouten hat bis heute nicht getagt", sagte der Baustadtrat. Porath verwies darauf, dass der Veranstalter Planetcom die Love Parade 2000 im nächsten Juli wieder im Tiergarten veranstalten will und die entsprechenden Anträge eingereicht hat. Planetcom war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Michael Wehran, der Sprecher des Wirtschaftssenators, wollte sich zu den Vorschlägen der CDU Tiergarten nicht äußern. "Es dürfte schwer sein, in Berlin einen geeigneteren Ort als den Tiergarten zu finden."

Hecken für den 17. Juni

Unterdessen begann jetzt eine Pflanzaktion im Tiergarten. Drei Schulklassen sind seit wenigen Tagen damit beschäftigt, die Lücken in den Ligusterhecken an der Straße des 17. Juni zu bepflanzen. Die Ford-Werke AG, die sich bereits im vergangenen Sommer an der Beseitigung des Mülls beteiligt hatte, unterstützt die Aktion mit 50 000 Mark. Bis zum 16. November wollen die Schüler insgesamt 2500 Ligustersträucher pflanzen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar