Tierpark : Kritik an Kettenhaltung

Die Grünen-Tierschutzexpertin Claudia Hämmerling hat die ihrer Ansicht nach nicht artgerechte Haltung der Elefanten im Berliner Tierpark kritisiert. Sie sieht einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Berlin - Die Elefantenkühe würden schon ab den frühen Abendstunden an Vorder- und Hinterbein angekettet, sagte Hämmerling. Damit lägen sie täglich bis zu 15 Stunden in Ketten. Das habe mit artgerechter Elefantenhaltung nichts zu tun, sondern sei ein "schwerer Verstoß gegen den Tierschutz". Tierpark-Direktor Bernhard Blaszkiewitz wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück.

Hämmerling hob hervor, dass der Berliner Zoo bei den sensiblen Dickhäutern weitgehend ohne Kettenhaltung auskomme. Wenn es dafür im Tierpark nicht genügend Platz gebe, müsse die Zahl der Tiere eingeschränkt werden, fügte sie hinzu. Tierpark und Zoo könnten sich die Haltung verschiedener Tiere auch aufteilen.

Blaszkiewitz nannte die nächtliche Kettenhaltung derweil ein "uraltes Prinzip", das weltweit in Zoologischen Gärten üblich sei. Zwar strebe der Tierpark ebenfalls eine Minimierung des Zeitraums an, an dem die Tiere angekettet seien. Aber ein Vollumbau der Ställe sei aus finanziellen Gründen derzeit nicht möglich.

Jungtiere finden mehr Berücksichtigung

Den Elefanten ginge es im Tierpark dennoch gut, unterstrich Blaszkiewitz. Immerhin seien dort seit 1998 elf Elefantenbabys geboren worden, wovon acht groß geworden seien. Ein Elefantenkalb wurde nach der Geburt vom Muttertier so schwer verletzt, dass es starb. Zwei weitere Tiere kamen bereits tot zur Welt.

Laut Tierschutzexpertin Hämmerling sollten die Jungkühe künftig nicht ohne weiteres aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden dürften. Solange die Tiere als "süße Babys" gälten, würden sie von allen Mitarbeitern "betütert", sagte sie. Später lasse dann das Interesse in der Öffentlichkeit für die Elefanten nach und sie würden oft einzeln an andere Zoos weitergegeben. "Die Tiere sollten nur im Geschwisterpaar weggegeben werden", betonte Hämmerling. Alles andere sei "unsozial". Blaszkiewitz betonte hingegen: Die Tiere würden nicht "abgeschoben", sondern in einen anderen Sozialverband integriert.

Im Berliner Tierpark leben derzeit 19 Elefanten. Im Zoologischen Garten sind es sieben. (Von Mey Dudin, ddp)

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