Tierschutz in der Schule : Abenteuer im tierischen Klassenzimmer

Die ,,Aktion Tier" hat zwei Berliner Schulen Tierschutzzimmer gestiftet - mit DVD's, Büchern, Mikroskopen, Experimentierkästen. Dort erfahren die Kinder viel über Hunde, Katzen, Igel oder Massentierhaltung.

Christoph Stollowsky

Das ist viel besser als der übliche Bio-Raum. In der Grundschule am Hohen Feld in Karow und in der Charlottenburger Helmuth-James-von-Moltke- Schule gibt es jetzt tierisch gute Klassenzimmer. Mit jeder Menge DVD’s und Büchern über Hunde, Katzen und andere Haustiere, über die Fauna in der freien Natur oder zu Tierschutzthemen wie Massentierhaltung. Auch Mikroskope, Lupen und Experimentierkästen sind griffbereit, kurz: Kinder können sich hier auf spannende Weise mit vielen Themen rund um die Tierwelt beschäftigen. Gestiftet hat diese sogenannten „Tierschutzzimmer“ die bundesweit engagierte „Aktion Tier“. Und das Projekt ist längst nicht abgeschlossen. In diesem Jahr sollen noch zehn weitere Berliner Schulen solche Zimmer erhalten.
„Wir wollen den Tierschutz-Gedanken stärker in die Schulen einbringen“, sagt die Geschäftsführerin der Aktion Tier in Berlin, Ursula Bauer. Das ist mit Hilfe der vielfältig ausgestatteten Räume nun ganz konkret möglich. Finden Schulkinder beispielsweise einen aus dem Nest gefallenen und verletzten Jungvogel oder einen körperlich schwachen Igel, der es nicht alleine über den Winter schafft, so erfahren sie rasch, wie man sich in solchen Fällen am besten verhält. Im Tierschutz-Zimmer gibt es Videos und Literatur zur Ersten Tierhilfe, außerdem können sich die Mädchen und Jungen jederzeit an die Berliner Naturschutz-Experten der Aktion Tier wenden. „Wenn wir das Zimmer übergeben haben, endet ja nicht unser Einsatz“, sagt Ursula Bauer. „Wir wollen langfristig mit den Schulen zusammenarbeiten.“
Naturschutzzimmer gibt es auch schon in München, in Radeberg und anderen deutschen Städten. Die Erfahrungen sind durchweg positiv. Viele Kinder nutzen sie in den freien Nachmittagsstunden oder in längeren Pausen. Dabei werden sie von Pädagogen oder Sozialarbeitern der Schulen betreut, die sich dafür ehrenamtlich einbringen oder stundenweise freigestellt sind. Die Aktion Tier bezahlt zwar mit ihren Stiftungsgeldern die Ausstattung der Räume, kann aber nicht zusätzlich noch das Betreuungspersonal finanzieren.
Stichwort: Massentierhaltung. Hier erfahren die Kinder eindrücklich, wie eng Käfighühner oder Mastferkel zusammengepfercht werden, welchen Stress Schlachttiere bei Transporten aushalten müssen. Zugleich gibt es Tipps für leckere vegetarische Menus. „Mal ausprobieren! Es schmeckt!“ wirbt die Aktion Tier für diese Alternative.
In der kommenden Woche soll die jüdische Grundschule „Lauder Beth Zion“ in Prenzlauer Berg ein Tierschutzzimmer erhalten. Auch weitere interessierte Schulen können sich noch melden, heißt es bei der Initiative. Am besten geeignet seien Ganztagsschulen, weil es dort am Nachmittag ohnehin feste Betreuer gibt. langweilig wird es in den Zimmern gewiss nicht. Die Liste der Tierschutzthemen ist lang. In den vergangenen Wochen hat die Aktion Tier Schülern ihr Straßenkatzen-Projekt vorgestellt. Ehrenamtliche Helfer kümmern sich um die wildlebenden Tiere und deren Babys, setzen sich dafür ein, dass sie kastriert werden.

Mehr Infos zu den Klassenzimmern und zur Aktion Tier gibt es unter: www.junior.aktiontier.org oder www.aktiontier.org.

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