Tipp für den Winter : Auf der Eisbahn am Müggelsee

Wenn der Berliner Winter nichts Halbes und nichts Ganzes ist, bleibt immer noch die Eisbahn - zum Vergnügen der Familie.

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Kindervergnügen auf der Eisbahn in Friedrichshagen.
Kindervergnügen auf der Eisbahn in Friedrichshagen.Foto: Stefan Jacobs

Im Winter kann man Vögel füttern und bedrohte Wörter vor dem Aussterben bewahren. Also haben wir dem Kind „muschepupu“ beigebracht. Muschepupu sind die Lichtverhältnisse bei Hochnebel und unter minderwertigen Energiesparlampen. Muschepupu ist aktuell auch der Untergrund auf unserer Kindergartenroute: Waldwege, auf denen eine Schnee-Eis-Cuvée klebt, die zum Schlittenfahren zu stumpf und zum Radeln zu glatt ist. Ein Hauch von Haiti eben, wie es der unvergleichliche Klaus Wowereit einst nannte, oder, populärberlinerisch: Nüscht Halbet und nüscht Janzet. Und zum Laufen sind wir zu spät dran. Immer.

Also haben wir uns am Montag den Ärger gespart und einen Ausflug nach Friedrichshagen gemacht, wo über dem Seebadstrand eine coole Eisbahn geschaffen wurde. Sie ist noch nicht so bekannt wie das Pendant am Ferienpark Rübezahl gegenüber – und hat, bei allem Respekt vor dem Platzhirsch, mehrere Vorzüge: Zum einen sind die Preise etwas geringer, zum anderen hat man diesen unbezahlbaren Müggelseeblick, der in Friedrichshagen von keiner Plexiglaswand verzerrt wird und mit den Müggelbergen das bestmögliche Panorama bildet. „Diese machen den Eindruck eines Gebirgsmodells, etwa als hab' es die Natur in heiterer Laune versuchen wollen, ob nicht auch eine Urgebirgsform aus märkischem Sande herzustellen sei“, schrieb Fontane einst, und genauso sieht’s aus. Klar, am Wochenende sieht man vor lauter Menschen kaum die Berge, aber werktags – hach!

Ein Café ohne Hüttengaudilärm

Im besten Fall hat man die Wahl zwischen Eisbären und Pinguinen mit Schiebegriffen oder der sesselförmig geschwungenen Plastikrobbe, die man an der Schwanzflosse greift, um das auf ihr sitzende Kind herumzuwirbeln, bis es die Fläche mit Glückshormonen überschwemmt oder herunterfällt.

Für wackelige Neueinsteiger gibt es statt regulärer Leihschlittschuhe auch Eisgleiter zum Umschnallen, und für den unvermeidlichen Après-Ski-Hunger lockt ein Café ohne Hüttengaudilärm. „Heute ist mein Glückstag“, sprach das Kind nach zweieinhalb Stunden plus Bonusminuten, die der nette Mann mit der Poliermaschine gewährte. Es war nicht nur ihr Glückstag. Aber am 5. Februar ist Schluss. Wenn ich den Polier richtig verstanden habe, beginnt in Friedrichshagen dann die Sommersaison.

Seebad Friedrichshagen, Müggelseedamm 216 (Tram 60 bis Josef-Nawrocki- Str.), tgl. 10–12.30, 13–15.30 und 16–19.30 Uhr, Erwachsene 5,50, Kinder 4 Euro pro Laufzeit, Leihschuhe 3,50 Euro. Die Alternative am Rübezahl (Bus 169) hat bis März geöffnet.

Infos: www.seebad-friedrichshagen.de und www.ruebezahl-berlin.de

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