Tipps für Berlin und Umland : GDL-Streik: So kommen Sie trotzdem ans Ziel

Bitte umsteigen und zusammenrücken: Tipps zu Trips ohne S-Bahn. Nicht nur bei der BVG dürfte es eng werden, sondern auch auf der Straße. Immerhin fährt der Ersatzverkehr des Nordsüd-S-Bahntunnels.

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Vorsicht am Bahnsteig. Schön, dass die S-Bahn Partner ist des Mauerfallfests. Schneller geht’s aber mit der BVG.
Vorsicht am Bahnsteig. Schön, dass die S-Bahn Partner ist des Mauerfallfests. Schneller geht’s aber mit der BVG.Foto: dpa

Bis zu 1,3 Millionen Fahrgäste fahren werktags mit der S-Bahn. Zu Zeitpunkt und Dauer machte GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwoch in Frankfurt zunächst keine Angaben. Er teilte lediglich mit, dass am Mittwoch noch nicht gestreikt werde. Die GDL werde den Streik „rechtzeitig ankündigen“. Es gibt aber Wege, trotzdem zu seinem Ziel zu kommen. Sogar mit der S-Bahn.

S-Bahn

Komplett wird der Verkehr wahrscheinlich – wie bereits bei den vorangegangen Streiks – nicht eingestellt. Es gibt Triebfahrzeugführer, die weiter fahren wollen. Allerdings müssen die Planer abwarten, wie viele der Mitarbeiter tatsächlich zum Dienst erscheinen. Der Ersatzfahrplan sieht vor, dass auf den Linien S 1, S 2, S 3, S 46, S 5, S 7 und S 9 zumindest abschnittsweise Züge im Abstand von 20 Minuten fahren.

Keinen Verkehr gibt es demnach auf den Linien S 25, S 41, S 42 S 45, S 47, S 75, S 8 und S 85. Weitere Informationen gibt’s im Internet. Ob ein Sonderzug für die Fans von Hertha BSC für das Auswärtsspiel in Wolfsburg fahren wird, war zunächst unklar.

Nicht betroffen vom Streik ist voraussichtlich der Ersatzverkehr für den Nordsüd-S-Bahntunnel, der zwischen Yorckstraße und Gesundbrunnen bis Anfang Mai wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Der Busersatzverkehr wird zwar zum Teil auch von Busunternehmen der Bahn geleistet, deren Fahrer würden aber bei einem Streik der Lokführer nicht mitstreiken.

Regionalbahnen

Hier ist bei den Zügen der Deutschen Bahn mit erheblichen Ausfällen zu rechnen. Fahren wollen dagegen deren Konkurrenten, die nicht bestreikt werden. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) fährt auf den Linien RE 2 (Wismar–Cottbus), RE 4 (Jüterbog–Stendal), RB 33 (Wannsee–Jüterbog) und RB 36 (Frankfurt (Oder)–Lichtenberg.

Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) betreibt die Linien RB 26 (Lichtenberg– Kostrzyn/Küstrin) und RB 27 (Gesundbrunnen/Karow–Groß Schönebeck/Schmachtenhagen). Die Züge können aber nur rollen, wenn die Gleise nicht streikbedingt blockiert werden. Verspätungen oder Ausfälle sind deshalb möglich.

BVG

Die BVG muss mit ihren Bahnen und Bussen wieder die Hauptlast im Nahverkehr übernehmen. Bei den bisherigen Streiks der Lokführer waren nach Angaben der BVG bis zu 60 Prozent mehr Fahrgäste in ihren Fahrzeugen unterwegs. In der Innenstadt ist das Netz so dicht, dass man fast überall auch ohne die S-Bahn hinkommt. Allerdings häufig dann nur mit Umsteigen. Die BVG hat versprochen, ihr Angebot zu erweitern. Allerdings hat sie kaum noch Reserven – weder bei den Fahrzeugen noch bei den Fahrern.

Autoverkehr

Auch Autofahrer sollten mehr Zeit einplanen. Die Straßen würden deutlich voller sein, prognostiziert die Verkehrsinformationszentrale. Dies hätten die vorigen Streiks gezeigt. Hinzu kommen die üblichen Baustellen.

Fernverkehr der Bahn: Hotline, Liveauskunft, Fahrgastrechte

Wenn Sie gar nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen können, finden Sie hier alles, um ihre Reise zu planen und Entschädigungen für eventuelle Verspätungen einzufordern:

- Angebote der Bahn: „Es wird natürlich wieder Kulanzregelungen geben“, heißt es vonseiten der Deutschen Bahn. Bei den vorausgegangenen Streiks umfassten sie zum Beispiel, dass Fahrgäste ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen können.
Außerdem war es teilweise möglich, statt des gebuchten den nächsten - auch höherwertigen - Zug zu nutzen.
- Auskunft: Die Nummer der Servicehotline ist 0180 6 99 66 33 (20 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf).
Bei den letzten Streikaktionen wurde aber auch eine kostenlose Hotline geschaltet.
- Liveauskunft: Unter www.bahn.de/liveauskunft finden Fahrgäste - auch ohne Streiks - Auskunft darüber, welche Züge wann abfahren. Auf dem Smartphone sind die Angaben mit der App DB Navigator oder unter m.bahn.de zu finden.
- Erstattung bei Verspätung: Generell gilt die Regel, dass Fahrgäste einen Teil des Ticketpreises zurückbekommen, wenn sich ihr Zug wegen eines Streiks um mehr als 60 Minuten verspätet. Die Deutsche Bahn kann in so einem Fall keine höhere Gewalt geltend machen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September 2013 (Rechtssache C-509/11). Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent.
- Antrag: Das Fahrgastrechte-Formular ist auf der Webseite der Bahn hier zu finden. (mit dpa)

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