Tipps zum Energiesparen : Checkpoint Verbraucherzentrale

An zentraler Stelle bietet die Verbraucherzentrale Hilfe beim Stromsparen an. Das kostet wenig und bringt oft viel, zumal man nichts aufgeschwatzt bekommt.

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Leiterin am Checkpoint. Birgit Holfert hat gute Ratschläge für ihre Kunden parat und ärgert sich über die Ahnungslosigkeit vieler Hausverwaltungen.
Leiterin am Checkpoint. Birgit Holfert hat gute Ratschläge für ihre Kunden parat und ärgert sich über die Ahnungslosigkeit vieler...Foto: Georg Moritz

Wer viele erreichen will, muss ihnen „niedrigschwellige Angebote“ machen, lautet eine elementare Verkäuferweisheit. Insofern hat der „Checkpoint Energie“ der Verbraucherzentrale optimale Erfolgschancen: Schwellenlos, mit großer Schaufensterfront und Beratungsgutscheinen zum Mitnehmen außen an der Tür breitet er sich an der Rudi-Dutschke- und Markgrafenstraße aus, nur eine Ecke vom Checkpoint Charlie entfernt.

Drinnen kann man nicht nur föngetriebene Mini-Windräder besichtigen, sondern für kleines Geld schlauer werden: Birgit Holfert und ihre Kollegen – Architekten und Ingenieure – können nicht nur Heizkostenabrechnungen erklären, sondern auch Häuser begutachten und durchrechnen, ob sich zum Beispiel eine Solaranlage auf dem Dach lohnt oder die vom Handwerker empfohlene Holzpelletheizung sinnvoll ist. Eine Beratung kostet fünf Euro und ist für Transferempfänger und in der Aktionswoche für alle kostenlos. Für 45 Euro wird das komplette Haus unter die Lupe genommen, ein Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums ermöglicht das. Und da die Verbraucherzentrale unabhängig berät, bekommt man nichts aufgeschwatzt.

Oft ist der Stromzähler gar nicht zugänglich

Birgit Holfert berichtet von drei Kundengruppen: Die größte sind Wohnungskäufer, Hausbesitzer und Bauherren, die konkrete Pläne für ihre Immobilie haben und sicher sein wollen, das Richtige zu tun. Es sind oft Gutverdiener, die in der Mittagspause kommen und den Detailcheck mit Schwerpunkt Heizung buchen.

Die zweite Kundengruppe sind jene, denen die Stromrechnung einen Schreck eingejagt hat. Bei ihnen lohnt sich der Energie-Check zu Hause, bei dem oft Erstaunliches zutage kommt. Der uralte Durchlauferhitzer etwa, der eher die verkalkte Leitung als das Wasser wärmt. Oder der Teenie, der den Fernseher anschaltet, um Internetradio zu empfangen. Dazu Klassiker wie alte Kühlschränke und Trafos. „Man muss seinen Stromverbrauch mit dem Vorjahr vergleichen, sonst verliert man den Überblick“, sagt Birgit Holfert und echauffiert sich über den typischen Berliner Fall, in dem der Stromzähler im verschlossenen Keller hängt und nur via Gnadengesuch an den Hausmeister zugänglich ist. Zumal viele Hausverwaltungen erschreckend ahnungslos seien: „Wenn ich hier in Häuser komme, geht mir oft die Hutschnur hoch, was da an Wärme verschwendet wird.“ Geheizt werde oft volle Pulle zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Mit der dritten Kundengruppe können die Experten richtig fachsimpeln – mit jenen Idealisten, die am liebsten ihr eigenes Windrad auf dem Balkon hätten. Mit Bauherrengemeinschaften, die sowohl ihr Budget als auch das Klima langfristig schonen wollen. Solche Leute sind den Beratern hier besonders willkommen, die durch ihre Schaufenster den ganzen Tag dicke Geländewagen draußen vorbeifahren sehen. Sinneswandel hätten leider schon immer ziemlich lange gedauert, sagt Birgit Holfert.

Checkpoint Energie, Markgrafenstr. 66, Tel.: (030) 258 00 150 (Anmeldung empfohlen). Weitere Infos: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

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