Berlin : Titelträger

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies verabschiedet sich vom Präsidenten des Landesarbeitsamts

Am Anfang war das Arbeitsamt. Es hatte pro Bundesland einen Präsidenten. Über ihm schwebte die Bundesanstalt für Arbeit. Auch sie hatte einen Präsidenten. Der bislang letzte Präsident aber mochte den Namen „Bundesanstalt“ nicht, weil er nach Ärmelschonern, Aktenordnern und Umlaufmappen klang, aber, hey, nicht nach dem großen Techno-Erfolgs-Ding, das Deutschland doch so dringend braucht. Also gab der Präsident der Bundesanstalt einen neuen Namen, und er sah, dass es gut war: „Bundesagentur für Arbeit“.

Doch seine Leute draußen im Lande waren skeptisch. Wie sollten sie nun heißen? Landesagentur? Das klang irgendwie piefig, als wäre man verlängerter Briefkopf oder so etwas. „Wir machen es wie die Versicherungen!“, sagte einer, „Regionaldirektion“! Ja, das hatte den gesuchten Sound, genau das gravitätisch mckinseyhafte Rolandbergern. Aber wäre Rolf Seutemann, bisher Präsident des Landesarbeitsamtes, dann Regionaldirektor? Das nun nicht. Klänge ja wie eine Degradierung! Seit Mittwoch wissen wir: Er ist „Vorsitzendes Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit“.

Ein Hochamt des Genitivs, Innovation pur! Wenn es jetzt noch gelingt, mit diesem Schwall Heißluft die Arbeitslosigkeit in Berlin wegzupusten – dann hat sich die Umbenennung wirklich gelohnt.

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