Tod von Hanna K. in Berlin : Mord an Abiturientin: Höchststrafe verlangt

Nach dem gewaltsamen Tod der 18-jährigen Hanna K. in Kaulsdorf steht ein 31-Jähriger wegen Sexualmordes vor Gericht. Der Ankläger forderte nun lebenslange Haft und die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld.

Kerstin Gehrke
Trauer am Tatort: Kerzen brennen am Ort, an dem die 18-Jährige gestorben ist.
Trauer am Tatort: Kerzen brennen am Ort, an dem die 18-Jährige gestorben ist.Foto: dpa

Die Abiturientin war nur noch 215 Meter von ihrem Elternhaus entfernt, als David G. angriff. „Er verfolgte die junge Frau, um sie zu vergewaltigen“, steht für den Staatsanwalt fest. Überraschend sei Hanna K. von hinten attackiert worden. Als sie sich heftig wehrte, habe G. sein Opfer erwürgt. Lebenslange Haft wegen Mordes forderte der Ankläger und zudem die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld. Damit wäre eine Freilassung nach 15 Jahren auf Bewährung ausgeschlossen.

David G., ein 31-Jähriger aus Lichtenberg, hatte die Tötung zwar zugegeben, dabei aber von einem angeblichen Unfall gesprochen. Als er Hanna K. an der Schulter anfasste, seien sie gestürzt, erklärte er. Beim Aufstehen sei er wohl an ihren Hals gekommen. Diese Version wurde durch eine Gutachterin klar widerlegt. Drei bis acht Minuten müsse der Täter sein Opfer gewürgt haben. „Es war ein besonders schlimmer und qualvoller Tod“, sagte der Ankläger. „Der Fall ist der Albtraum aller Eltern.“

Die 18-Jährige hatte gerade ein sehr gutes Abitur abgelegt und wollte in Kürze ein Medizinstudium beginnen. Sie kam in der Nacht zum 16. Mai von der Party einer Freundin. Am U-Bahnhof Frankfurter Allee nahm sie gegen 1.24 Uhr einen Zug in Richtung Hönow. Womöglich bemerkte sie die heimlichen Blicke von G. nicht. Er war aus Sicht des Anklägers schon längere Zeit nachts unterwegs auf der Suche nach einem Opfer. G. habe sich die ihm unbekannte Hanna K. ausgesucht, „weil sie dem Bild einer Frau entsprach, die er besitzen wollte.“

G. sei ein Mann von geringer Intelligenz

Ein Täter, der aus einem „Milieu der moralischen Verelendung kommt“, so der Staatsanwalt. Wenn G. nicht am Computer spielte, habe er massenhaft Pornos konsumiert. Er habe im Haushalt der Eltern gelebt, sei arbeitsscheu und habe jeden Job verweigert.

Am Bahnhof Wuhletal stieg die Abiturientin aus. Kurz darauf griff G. an, so der Ankläger. Als sie sich wehrte und schrie, habe er sie gewürgt. Er sei des heimtückischen Mordes zur Verdeckung einer versuchten Vergewaltigung schuldig. Seine Schuld sei besonders schwer, sagte auch der Nebenklage-Anwalt für die Eltern der Schülerin. Minutenlang habe G. sein Opfer gewürgt. „Ich halte ihn für sehr gefährlich.“

Der Verteidiger argumentierte, G. sei ein Mann von geringer Intelligenz – mit einem IQ von 59. Verminderte Schuldfähigkeit sei nicht ausgeschlossen, so der Anwalt sprach sich gegen lebenslange Haft aus. Das Landgericht Berlin will am Donnerstag das Urteil verkünden.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben