• Todesflut: 16 Berliner werden offiziell vermisst Erste Anzeigen bei der Polizei. Die erwartet mehr

Berlin : Todesflut: 16 Berliner werden offiziell vermisst Erste Anzeigen bei der Polizei. Die erwartet mehr

Tanja Buntrock

Gestern, vier Tage nach dem Seebeben in Südostasien, wurden auch die ersten Berliner offiziell vermisst. Bis Donnerstagabend waren 21 Suchmeldungen eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Vier Vermisste seien inzwischen aber wieder da, und eine vermisst gemeldete Person sei in Bangkok im Krankenhaus. Die Behörde geht davon aus, dass weitere Vermisstenanzeigen erstattet werden.

Viele Berliner machen sich auch selbst auf die Suche. Nach Günther Neumann aus Neukölln fahnden seine Freunde per Internet (www.jazzkeller.de). Der 69-jährige Frührentner wollte im thailändischen Khao Lak überwintern, im Oktober hatte er sich auf die Reise gemacht. Seit der Flut hat man nichts von ihm gehört. Neumann ist ein erfahrener Rucksack-Tourist. Überall in der Welt sei er schon gewesen, sagt ein guter Freund. Der weiß auch, dass diese Fahrt die letzte große Reise von Neumann werden sollte. Neumann habe nicht gewusst, ob er das gesundheitlich nochmal schaffe. Und deshalb habe er „alles geregelt, falls was passiert“, sagt der Freund – und hofft nichts mehr, als dass sich das nicht gelohnt hat.

Zur Aufklärung des Schicksals weiterer Berliner, die sich in der Krisenregion aufhalten, wird um Mithilfe gebeten. Angehörige und Freunde, die jemanden vermissen, sollten sich persönlich bei den Dienststellen melden. Zur schnelleren Identifizierung der Gesuchten seien ein aktuelles Foto und Reiseunterlagen hilfreich. Außerdem Zahnbürsten oder Kämme, weil die Kriminalisten daran Material für eine DNA-Analyse finden können.

Die Mitarbeiter des Landeskriminalamtes wollen ihrerseits Kontakt zu Familien aufnehmen, die mit Hilfe von Zeitungen nach Angehörigen suchen. Außerdem werden alle Rückkehrer aus dem Katastrophengebiet gebeten, sich unter der Telefonnummer 695799199 bei der Polizei zu melden. Mit ihren Angaben könnten sie beitragen, das Schicksal von Vermissten aufzuklären, heißt es bei der Polizei.

Am Donnerstag waren weitere Asienurlauber aus Berlin und Brandenburg heimgekehrt. Sie wurden von Angehörigen und Freunden empfangen oder erhielten Hilfe vom Kriseninterventionsdienst.

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