Todesopfer nach Gewaltausbruch am Alex : Fremdenhass im Kondolenzbuch

18.10.2012 13:42 Uhr
  • In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny. Foto: dpa
    In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny. - Foto: dpa
  • Nach dem Gedenkgottesdienst am Buß und Bettag für den getöteten Jonny entzündet seine Schwester ein Räucherstäbchen am improvisierten Mahnmal am Alexanderplatz. Foto: dpa
    Nach dem Gedenkgottesdienst am Buß und Bettag für den getöteten Jonny entzündet seine Schwester ein Räucherstäbchen am improvisierten Mahnmal am Alexanderplatz. - Foto: dpa
  • Unterstützung erhält Tina K. von Roland Weber, dem Opferbeauftragten des Landes Berlin. Auch er sprach beim Gottesdienst in der Marienkirche. Foto: dapd
    Unterstützung erhält Tina K. von Roland Weber, dem Opferbeauftragten des Landes Berlin. Auch er sprach beim Gottesdienst in der Marienkirche. - Foto: dapd

In das Kondolenzbuch für den nach einer Prügelattacke am Alexanderplatz gestorbenen jungen Mann sind wiederholt fremdenfeindliche Eintragungen vorgenommen worden. Die Gemeinde, die das Buch auslegte, ist "erschüttert".

Die Gemeinde der evangelischen Marienkirche ist "erschüttert". In zehn von 50 Eintragungen in das Kondolenzbuch komme Ausländerhass zum Vorschein. Sollte ein schriftlicher Aufruf, davon Abstand zu nehmen, keine Wirkung zeigen, müsse das erst am Dienstag ausgelegte Kondolenzbuch wieder geschlossen werden, kündigte die Gemeinde an.

In den Fahndungsaufrufen der Polizei ist von einem „südländischen Aussehen“ der Täter die Rede. Bei den teilweise mit Namen gekennzeichneten Einträgen im Kondolenzbuch handelt es sich etwa um Fragen wie „Wann werfen wir dieses Pack aus der Heimat?“ oder „Wie lange müssen wir diese Migrantengewalt noch ertragen?“, berichtete die Gemeindesprecherin.

(epd)

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