Berlin : Todesschütze erneut vernommen

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Der mutmaßliche Mörder des Polizisten Uwe Lieschied ist gestern erneut von der Mordkommission vernommen worden. Memet E., 39, hatte bereits nach seiner Festnahme am Sonnabend die tödlichen Schüsse auf den Zivilpolizisten am 17. März in Neukölln gestanden. Eine Nachvernehmung sei aber notwendig gewesen, um weitere „Umstände zur Tat zu erfahren“, sagte Chef-Ermittler André Rauhut. Der 30-jährige mutmaßliche Komplize Yusuf K. schweigt weiterhin.

Gerüchte in Polizeikreisen, nach denen Memet E. versucht haben soll, sich umzubringen, wollte die Justiz nicht bestätigen. „Uns ist kein Suizid-Versuch in der JVA Moabit bekannt“, sagte Justizsprecherin Juliane Baer-Henney. Auch bei der Polizei war von einem Suizid-Versuch, etwa in der Gefangenensammelstelle, offiziell gestern nichts bekannt. Doch wie ein Ermittler dem Tagesspiegel versicherte, sei Memet E. am vergangenen Montag ins Haftkrankenhaus gekommen. „Das kann ich nicht kommentieren“, sagte Justizsprecherin Baer-Henney.

Der ehemalige Marathon-Läufer Memet E., der in Neukölln lebt, soll 1990 aus der Türkei nach Deutschland gekommen sein. Von seiner Frau ist der Vater eines neunjährigen Sohnes geschieden. Nachdem er mit einem Lokal Pleite gegangen war, kassierte Memet E. Arbeitslosengeld, ebenso wie sein mutmaßlicher Komplize Yusuf K., der noch nebenbei als Kellner in einem Café gearbeitet hat. Verurteilt wurde dieser bislang nur zu einer Geldstrafe wegen versuchter Nötigung.

Der getötete Hauptkommissar wird am Freitag um 12 Uhr auf dem Parkfriedhof Neukölln beigesetzt. Die Zivilstreifenbeamten vom Abschnitt 55, wo Uwe Lieschied arbeitete, sind weiterhin krank geschrieben. Der Schock über den Mord sitzt noch tief. tabu

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