Todestag : Trauer um Knuts Pfleger

Vor einem Jahr starb Thomas Dörflein – die Fans haben ihn nicht vergessen. An seinem Grab und am Knut-Gehege im Zoo gedachten sie des Ziehvaters des beliebtesten Eisbären Berlins.

Tina Gebler
301052_0_a705640c.jpg
In Gedenken an Thomas Dörflein. Viele Menschen kamen am Dienstag auf den Spandauer Friedhof In den Kisseln, wo der Pfleger des...

Zwischen den vielen Gedenkblumen ragt ein Grabstein heraus, der einem Eisberg ähnelt. Kränze sind an diesem Dienstagmittag auf dem Spandauer Friedhof In den Kisseln abgelegt, auch kleine Plüschbären. „In den Herzen deiner Fans lebst du weiter“, steht da auf einer Trauerschleife am Grab. Vor einem Jahr, am 22. September, war der Eisbärenpfleger Thomas Dörflein im Alter von 44 Jahren gestorben.

„Er war ja selbst wie ein Eisbär“, sagt die 70-jährige Ingrid Berganski und seufzt. Mit der Wärme einer Mutter habe er den Bären aufgezogen, erzählt die selbsternannte „Tiernärrin“, als sie vor dem Grab steht. „Ich habe gedacht, ich bekomme einen Herzschlag, als ich von seinem Tod hörte“, wirft ihre Freundin ein. Berganski besucht das Grab jede Woche, das ihrer Eltern liegt nicht weit entfernt. Zu Hause habe sie einen kleinen Altar voller Blumen und Fotos. Eine andere Frau erinnert sich an einen Wintertag, an dem ihr der Schnee bis zu den Knien stand. „Ich bin da durch und habe zu Thomas gesagt: ’Na, so ein Wetter magste, wa?!’“ Ihr Mann würde sie schon für bekloppt halten, sagt sie.

Eine andere Frau trägt ein Foto des Eisbären immer am Herzen, auf einem Anstecker an ihrer Bluse. Sie ist Mitglied im Verein „Knut forever in Berlin“, kennt als Knutexpertin jede Geschichte rund um den Eisbären und seinen Pfleger.

Nicht nur am Grab in Spandau kamen die Fans zusammen, auch am Knut-Gehege im Zoo gedachten viele Besucher Dörfleins mit Blumen und Rosen. Der Zoo selbst erinnert an den Tierpfleger mit einem fest installierten Foto am Gehege.

Am heutigen Mittwochvormittag werden erneut viele zu den Käfigen gehen: Denn um elf Uhr wird die Eisbärin Gianna, die aus München nach Berlin kam, zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zu sehen sein. Tina Gebler

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben