Berlin : Todesursache Nr. 1: Infarktrisiko wird falsch eingeschätzt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nummer eins in Deutschland. Das Risiko wird jedoch von vielen falsch eingeschätzt. Die Unwissenheit sei die größte Gefahr, sagte Professor Peter Marx, Neurologe am Universitätsklinikum Benjamin Franklin, bei einem Aktionstag der Barmer Ersatzkasse. "Die Leute merken oft gar nicht, dass sie einen Schlaganfall haben." Dabei seien gerade die ersten drei Stunden danach die entscheidenden für die Behandlung.

Jährlich erleiden nach Angaben der Barmer in Deutschland 350 000 Menschen einen Herzinfarkt und 250 000 einen Schlaganfall. Die vorher auftretenden Warnzeichen seien nur 57 Prozent bekannt. Der Berliner Aktionstag, bei dem sich Interessierte Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel messen lassen konnten, ist Teil der bundesweiten Kampagne "Arterien - alles im Fluss". Den Startschuss gab im vergangenen Herbst Bundespräsident Johannes Rau. Außerdem liegen noch bis Mai Testbögen in Apotheken aus. Wer einen ausgefüllten Bogen an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe schickt, bekommt ein individuelles Risikoprofil erstellt. Die Fragebögen sind auch über Internet und Fax abrufbar.

Marx beklagte, dass solche Kampagnen leider nur kurzfristig erfolgreich seien. Er warb dafür, sich immer wieder über Risiko-Faktoren wie Cholesterin, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus zu informieren. "Die richtige Vorbeugung kann manchmal wie eine Impfung sein", sagte er.

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