Berlin : Tödliche Angriffe mit dem Gaspedal

Raser, Drängler und betrunkene Autofahrer müssen sich immer wieder vor Gericht verantworten. Ihnen drohen Haftstrafen und Führerscheinsperren

von

Terror mit dem Gaspedal oder mitunter sogar mit der Gaspistole – manchem Raser scheint jedes Mittel recht, um sich auf der Straße durchzusetzen. Das Foto eines Autofahrers, der auf der Autobahn bei Werder aus dem Seitenfenster heraus mit einer Schreckschusswaffe ein Ehepaar im Auto bedroht, symbolisierte vor Jahren die rauen Sitten im Straßenverkehr. Im April 1996 hatte eine Beifahrerin den bewaffneten Bundeswehrsoldaten hinterm Steuer fotografiert. Der 31jährige Berliner war später festgenommen worden. In den letzten Jahren mussten sich rasende, drängelnde oder betrunkene Autofahrer immer wieder vor Gericht verantworten.

Am 15. Januar 2004 wird der 39-jährige Robert H. zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt und erhielt eine fünfjährige Führerscheinsperre. Der Autofahrer hatte am 30. März 2003 mit 1,8 Promille und überhöhter Geschwindigkeit einen Radfahrer angefahren und getötet. Im Urteil hieß es, dass es keine Rolle gespielt habe, dass das Fahrrad nicht beleuchtet gewesen war. Der Unfall sei einzig vom Betrunkenen verschuldet worden.

Am 28. Juli 2003 erhält Bärbel D. wegen fahrlässiger Tötung eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten. Auch sie muss den Führerschein abgeben. Die Autofahrerin hatte im Januar 2003 in Lichtenberg eine Fußgängerin getötet, die sie durch ihre vereiste Frontscheibe nicht gesehen hatte. Zugute gehalten wurde der Frau, dass sie bis dato als Autofahrerin nicht auffällig geworden war.

Am 27. Mai 2002 wird der 23 Jahre Rico B. in Berlin zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Rico B. war im März 2002 in Lichtenberg unter Drogen- und Alkoholeinfluss auf Blitzeis mit seinem roten BMW bei hoher Geschwindigkeit ins Schleudern geraten und gegen einen Lastwagen gerast. Ricos drei Freunde auf dem Beifahrer- und Rücksitz waren bei dem Unfall getötet worden. Es war der einzige Unfall in den letzten Jahren, bei dem drei Menschen auf einmal getötet wurden.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben