Berlin : Tödliche Messerstiche: Fahndungserfolg nach 20 Jahren

20 Jahre nach den tödlichen Messerstichen auf eine 39-jährige Frau ist ein Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Abdulbahri C. soll im Juli 1988 die Witwe Kübra Yilmaz in ihrer Wohnung in der Wilmersdorfer Trautenaustraße getötet haben. Hinweise auf den Täter, der die Frau gekannt haben musste, hatte es damals zunächst nicht gegeben. Die Polizei hatte nach wenigen Tagen eine hohe Belohnung ausgesetzt.

C. wurde gestern früh nun am Flughafen Schönefeld bei der Einreise aus der Türkei festgenommen, weil ein Haftbefehl wegen Totschlags gegen ihn vorlag. Wie der Tatverdächtige nun überführt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft gestern nicht mit, dem Vernehmen nach soll es Hinweise aus dem Umfeld gegeben haben. Da damals viele Spuren am Tatort gesichert worden waren, dürfte ein Nachweis über DNA-Spuren möglich sein.

Zuletzt hatte Abdulbahri C. im November 2002 in Berlin vor Gericht gestanden – weil er mit der Hilfe einer Sachbearbeiterin der Ausländerbehörde reihenweise Angehörige und Freunde nach Deutschland geschleust hatte. C. war zu 30 Monaten verurteilt worden, die vier Jahre ältere Franziska P. – die auf die große Liebe gehofft hatte – zu 18 Monaten auf Bewährung. Abdulbahri C. war damals bereits zum dritten Mal verheiratet gewesen und soll Beziehungen zu mehreren anderen Frauen gehabt haben. Für Franziska P. war er damals jedoch „der Einzige“, wie es im Prozess geheißen hatte. Deshalb fälschte sie für ihn Unterlagen. Im Prozess trat C. damals als Gastwirt auf, im Telefonbuch stand er mit einem „Reisebüro“.

Nach Verbüßung der Haft soll er nach Halle an der Saale gezogen sein. Nach Angaben der Bundespolizei, die ihn gestern festnahm, hat der siebenfache Vater mittlerweile einen deutschen Pass. Auch Kübra Yilmaz soll den Täter gekannt haben – geraubt wurde damals nichts. Ha

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