Berlin : Tödliche Messerstiche nach Rempelei Junge Männer wegen

Bluttat vor Gericht

Berlin - Eine Rempelei im Vorbeigehen, dann Pöbeleien, plötzlich Messerstiche. Die mutmaßlichen Täter kannten den Mann nicht, den sie vor seinem Wohnhaus erstochen haben sollen. Sechs Monate nach dem Tod des Gemüsehändlers begann am Montag der Prozess gegen Anthony W. und Marvin K., 23 und 24 Jahre alt. Ihre Freundschaft aber scheint beendet: Bei der Polizei beschuldigten sich die jungen Männer gegenseitig.

Beide haben keinen Beruf erlernt und lebten noch im Elternhaus. Zumindest W. war laut Ermittlungen in jener Nacht in Gropiusstadt mit Farbspraydosen unterwegs. In der Nähe des Tatortes fand man seinen Namenszug. W. und K. hatten am Abend des 14. Januar vergeblich bei einem Kumpel geklingelt. Kurz darauf begegneten sie dem Händler. Es war gegen 23.30 Uhr, als Yakub Y. mit den Tageseinnahmen in der Tasche vor seinem Haus in der Goldammerstraße stand.

Marvin K. soll den 33-jährigen Händler beschimpft haben. Das Wort „Missgeburt“ sei gefallen. Die Staatsanwältin geht davon aus, dass es zu einer Rangelei kam, in die sich Anthony W. einmischte. Die Angeklagten seien mit einem Klappmesser, einem sogenannten Neck Knife, bewaffnet gewesen. Beide sollen es gezogen und abwechselnd zugestochen haben – mit Wucht, elf Mal. Für Yakub Y. kam jede Hilfe zu spät.

Die Bluttat gab zunächst Rätsel auf. Einen Raubmord konnte die Polizei schnell ausschließen. Bei Y. wurden mehr als 1000 Euro gefunden. Zeugen sprachen von zwei jungen Männern, die sich auffällig verhalten hätten. In einer Befragung knapp eine Woche nach dem Tod des Händlers fiel erstmals der Name von Anthony W., genannt „Ente“. Ein Zeuge sagte, er habe in jener Nacht die Signatur des Sprayers in der Nähe des Tatortes entdeckt. Der Namenszug sei am Nachmittag noch nicht dort gewesen.

Anthony W. bestritt erst, ging dann aber zur Polizei. Nach seinen Angaben gab es zunächst ein Gerangel zwischen K. und dem Händler. W. wollte angeblich schlichten. Als er Prügel abbekam, habe auch er zugestochen. K., der laut W. den Messerangriff angeblich begann, will jedoch unbewaffnet gewesen sein – und belastete seinen Begleiter. K.G.

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