• Tödliche Prügelattacke: Nach Gewaltexzess: Innensenator prüft mobile Wache am Alexanderplatz

Tödliche Prügelattacke : Nach Gewaltexzess: Innensenator prüft mobile Wache am Alexanderplatz

Die tödliche Prügelattacke auf einen jungen Mann im Herzen der Hauptstadt macht viele Menschen betroffen, Innensenator Frank Henkel hat die Familie des Opfers besucht. Doch was kann die Polizei für mehr Sicherheit am Alexanderplatz tun? Eine Idee wurde bereits verworfen.

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In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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24.10.2012 18:04In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.

Innensenator Frank Henkel (CDU) besuchte am Donnerstag die Familie des getöteten Jonny K., Vater, Mutter und Schwester empfingen den Innensenator in ihrer Spandauer Wohnung. Zuvor hatten die Hinterbliebenen die Berliner Behörden kritisiert. Sie seien mit ihrer Trauer allein gelassen worden. Henkel sprach seine Anteilnahme aus und bekräftigte, dass die Behörden alles tun würden, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) legte am Donnerstag am Tatort Blumen nieder. Henkel unternahm unterdessen erste Schritte, um die Sicherheitslage am Alexanderplatz zu verbessern. Wie berichtet, war der Senator am Mittwochnachmittag zu dem zuständigen Polizeiabschnitt 32 gefahren, um mit den führenden Beamten über Konsequenzen zu beraten. Laut Innenverwaltung wird nun „mit Hochdruck“ geprüft, ob eine mobile Wache auf dem Platz eingerichtet wird. Details nannte der Behördensprecher nicht.

Im Gegensatz zu einer „Nebenwache“ – also einem festen Gebäude – handelt es sich bei der mobilen Wache um ein größeres Polizeifahrzeug, das flexibel auf dem Platz als zusätzliche Station eingerichtet werden kann, sagte ein Ermittler. Zuvor soll auch die Idee einer Nebenwache diskutiert, aber verworfen worden sein. Zu Zeiten, als der Bahnhof Zoologischer Garten noch ein Fernbahnhof war, hatte der dafür zuständige Abschnitt 27 am Ernst-Reuter-Platz eine Nebenwache – sie befand sich über der Diskothek Q-Dorf in Bahnhofsnähe.

Die geplante mobile Wache soll zusätzlich zu den bestehenden Streifen aus Zivil- und Kontaktbereichsbeamten des Abschnitts eingerichtet werden mit dem Ziel, das Sicherheitsgefühl der Menschen auf dem Platz zu erhöhen, so die Innenverwaltung. Ob auch Bundespolizisten dabei sein werden, blieb offen. Ein Sprecher der Bundespolizei wollte sich nicht zu Henkels Plänen äußern.

Trauer am Alexanderplatz
In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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24.10.2012 18:04In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.

Eine Spur zu den sieben Tatverdächtigen, die den 20-Jährigen bei der Attacke an der Rathausstraße durch Schläge und Tritte brutal getötet hatten, gibt es auch weiterhin nicht. „Der Sachstand ist unverändert“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die bislang 19 Hinweise, die bei der Mordkommission eingegangen sind, werden derzeit abgearbeitet.

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