Berlin : Tödliche Verfolgungsjagd durch die Innenstadt

Frontal in einen Streifenwagen gerast: Mit ihrem aufgemotzten Golf wollten zwei Betrunkene der Polizei entkommen. Der 24-jährige Beifahrer starb

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Sie waren betrunken. Ihr Fahrstil fiel einer Zivilstreife auf. Statt zu stoppen, raste der 27jährige Fahrer davon. Kurze Zeit später war sein 24 Jahre alter Beifahrer tot – er starb im Wrack des PS-starken, aufgemotzten Golf, nachdem der Fahrer auf der Straße des 17. Juni frontal einen Streifenwagen der Polizei gerammt hatte. Der BMW ist Schrott, die beiden Polizisten kamen mit Prellungen und Schürfwunden davon.

Die jungen Männer hatten im Sky-Club an der Dircksenstraße in Mitte die Nacht durchgemacht. Kurz nach 8 Uhr am Samstagvormittag verließen die beiden Männer die Diskothek, der ältere setzte sich hinter das Steuer seines blauen Golf. Er war müde und hatte getrunken. Die Schlangenlinien, die er fuhr, fielen schon nach wenigen 100 Metern einer Zivilstreife der Polizei auf. Die Beamten benachrichtigten über Funk die Besatzung eines Streifenwagens. An der Rosa-Luxemburg-Straße versuchten die uniformierte Polizisten, den Fahrer zum Halten zu zwingen. Aber statt auf die Bremse, trat er aufs Gas. Es begann eine wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt.

Die Flucht der beiden betrunkenen Diskothekenbesucher führte von Mitte nach Tiergarten und schließlich nach Charlottenburg. An der Kurfürsten- Ecke Burggrafenstraße und an der Kreuzung Fasanenstraße/Hardenbergplatz rammte der Fahrer mehrere geparkte Autos. Aufhalten ließ er sich dadurch aber nicht. Er gab weiter Gas und versuchte, seinen Verfolgern zu entkommen. Wegen der hohen Geschwindigkeit, die zeitweise bei über 100 km/h lag, gab die Polizei die Verfolgung schließlich auf und vertraute auf die inzwischen errichteten Straßensperren.

Als der Fahrer schließlich die Straße des 17. Juni erreichte und mit hoher Geschwindigkeit Richtung Ernst-Reuter-Platz fuhr, blockierte die Polizei die Zufahrt zum Platz durch zwei quer zur Fahrbahn gestellte Funkwagen. Als der 27-Jährige die Sperre erkannte, wendete er kurz davor, rammte dabei einen Transporter und einen abgestellten Polizeiwagen und fuhr als Geisterfahrer die Straße des 17. Juni zurück in Richtung Großer Stern.

Dann rammte er frontal einen entgegenkommenden Streifenwagen. Die beiden Beamten erlitten einen Schock, Prellungen und Schürfwunden. Der 27-jährige, der aus dem westlich von Berlin gelegenen Falkensee stammen soll, überlebte den Zusammenstoß mit leichten Verletzungen. Sein Beifahrer starb noch am Unfallort in dem Wrack. Da der Fahrer möglicherweise absichtlich gegen den Polizeiwagen fuhr, werde nun gegen ihn wegen Totschlags ermittelt, sagte ein Beamter des Lagezentrums der Polizei gestern. Wieviel Promille der 27-Jährige hatte, konnte die Polizei gestern nicht sagen. Dies werde sich erst durch die Untersuchung der Blutprobe ergeben, hieß es. weso

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