Berlin : Tödlicher Angriff im Krankenhaus Prozessauftakt nach Messerstecherei in Küche

Kerstin Gehrke

Der Küchenmitarbeiter hatte gerade Feierabend, als es zum tödlichen Streit kam: Falah A. soll sich in den Versorgungstrakt der Großküche des Lankwitzer Marienkrankenhauses geschlichen und den dort beschäftigten Abdul K. angegriffen haben. Neun Mal stach der 51-jährige Mann aus Kreuzberg laut Anklage auf das 49-jährige Opfer ein. Seit Dienstag steht der zuletzt arbeitslose medizinisch-technische Assistent wegen Totschlags vor dem Landgericht.

Lautes Klirren, Scheppern, Schreie. Mehrere Kollegen von Abdul K. wurden an jenem Abend im Juni dieses Jahres auf die Auseinandersetzung aufmerksam. Sie sahen das Messer in der Hand des Fremden. Es gelang ihnen, Falah A. zu überwältigen. Abdul K. wurde sofort auf die Intensivstation des Krankenhauses gebracht und notoperiert. Doch jede Hilfe kam zu spät. Der dreifache Vater aus Schöneberg verblutete.

Der mutmaßliche Täter saß seitdem in Haft, doch die Hintergründe des Streits blieben bislang ungeklärt. Falah A. und Abdul K. sollen zumindest flüchtige Bekannte gewesen sein. Beide stammen aus Bagdad und leben seit Jahren in Berlin. Es gab Gerüchte, dass Eifersucht eine Rolle gespielt haben könnte. Die Ermittler aber fanden keine Anhaltspunkte. Möglicherweise könnte auch Erpressung eine Rolle gespielt haben, hieß es am Rande des Prozesses. Falah A. hüllte sich auch vor Gericht in Schweigen. Der Prozess wird am 13. Januar fortgesetzt. Kerstin Gehrke

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