Berlin : Tödlicher Fehler: 13-jähriger Junge in Scheune verbrannt

Freunde wollten verschüttetes Kind retten - und brannten Schnüre von Strohballen an

Jörn Hasselmann

Biegen - An einen so grausamen Einsatz können sich die Feuerwehrleute im Landkreis Oder-Spree nicht erinnern. In einer Scheune, zwischen gelagerten Strohballen, verbrannte am Samstagabend ein Kind – angezündet von eigenen Freunden. Es war ein tragisches Unglück.

Gemeinsam hatte sich Maximilian mit zwei Mädchen und einem Jungen in dem offenen Unterstand getroffen. Am Freitag war Maximilians Jacke zwischen die großen Strohballen gerutscht, die Kinder wollten die Jacke jetzt wieder herausholen. Plötzlich fiel der 13-Jährige in einen Spalt, dann kamen die Ballen in Bewegung, einer rutschte von oben auf den Spalt – Maximilian war gefangen.

Nun versuchten die Freunde, die Ballen wegzuräumen, doch diese waren zu schwer. Also versuchten sie, die Ballen auseinanderzureißen, doch auch dies misslang. Starke Schnüre hielten die gepressten Rollen zusammen. In ihrer Not machten die Kinder, ohne es zu ahnen, den wohl größten Fehler ihres Lebens: Sie nahmen ein Feuerzeug, um die Verschnürung aufzubrennen. Doch dabei geriet das Stroh in Brand. In Panik rannten die Kinder nach Hause, um Hilfe holen. Es war 15.30 Uhr.

Inzwischen hatten Bewohner des kleinen Dorfes Biegen, etwas südlich der Autobahn nach Frankfurt (Oder), bereits die Feuerwehr alarmiert. Zunächst war es für die Männer von der Dorfwehr ein gewöhnlicher Einsatz, erst an der Brandstelle erfuhren sie, dass ein Junge in den brennenden Ballen verschüttet war. Nun wurden Kräfte aus den benachbarten Städten Müllrose und Brieskow-Finkenheerd zusammengezogen, sogar das Technische Hilfswerk aus Frankfurt (Oder) rückte mit schwerem Gerät an, hundert Mann waren im Einsatz, berichtete Polizeisprecher Detlef Lüben.

Mittlerweile stand die ganze Scheune in Flammen. Die Polizei konnte nur noch hoffen, dass der Junge sich von selbst befreien konnte und nun irgendwo herumirrte. Dutzende Beamte und ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera suchten die Umgebung ab. Vergeblich. Als die Flammen gelöscht waren, wurden die Ballen mit Radladern aus der Scheune geholt. Kurz vor 21 Uhr wurde Maximilians Leiche gefunden. Seine allein erziehende Mutter und die drei Kinder werden von Notfallseelsorgern betreut.

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