Berlin : Tödliches Glas: Scheiben für viele Vögel lebensbedrohlich

bm

Glasfassaden können für Vögel tödlich sein. In Berlin kamen im vergangenen Jahr allein elf Habichte beim Anflug auf Scheiben ums Leben, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am Donnerstag mitteilte. Sie erlitten entweder Frakturen, oder ihre inneren Organe wurden regelrecht zerrissen. Obwohl sich das Problem angesichts des Baubooms in Berlin zuspitze, existiere immer noch keine Verordnung, die den Bauherren Maßnahmen zum Schutz der Vögel vorschreibt, kritisierte der Nabu. Dabei könnten schon auf die Scheiben geklebte Silhouetten vor den tödlichen Fallen warnen.

Anflugopfer gibt es laut Nabu auch in Gärten, wenn die Wohnhäuser großflächig verglaste Terrassen haben. Dass diese die Unfallursache sein könnten, wird meist gar nicht erkannt, da die toten Tiere keine äußeren Verletzungen aufwiesen. Die Zahl kleiner Singvögel, die auf diese Art sterben, sei ungleich höher als die der Greifvögel. Letztere werden wegen ihrer Größe jedoch fast immer gefunden und registriert.

Mit einfachen Mitteln könnten Hausbesitzer vermeiden, dass Fenster für die Tiere zur tödlichen Wand werden. Strukturierte Scheiben, Aufkleber oder Gardinen halten die Vögel davon ab, geradewegs in ihr Unglück zu fliegen.

Ärztekammer: Klare Gesetzeslage bei Spenderorganen

Ausschluss wegen mangelnder Sprachkenntnisse sei "rassistisch"

Der Transplantationsbeauftragte der Berliner Ärztekammer, Helmut Becker, hat die Auffassung zurückgewiesen, Patienten dürften wegen mangelnder Deutschkenntnisse von den Wartelisten für eine Organverpflanzung ausgeschlossen werden. Wenn so etwas vorkomme, sei dies "rassistisch" und eine "völlige Fehlentscheidung", sagte er im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Auch die Gesetzeslage gebe für eine derartige Begründung nichts her, denn dort sei klar geregelt, dass allein medizinische Gründe den Ausschlag für eine Ablehnung geben könnten. Wie berichtet, waren auch in Berlin Türken nicht in die Warteliste für eine Nierentransplantation aufgenommen worden, weil es hieß, sie seien nicht in der Lage, die komplizierten Regeln für die Anschlussbehandlung exakt zu befolgen und könnten dadurch in Lebensgefahr geraten.

Becker betonte jedoch, auch eine solche ablehnende Entscheidung bedeute nicht, dass die Patienten damit in Berlin keine Aussicht auf ein Ersatzorgan hätten. Der Hausarzt habe jederzeit die Möglichkeit, sich an ein anderes der drei Berliner Transplantationszentren zu wenden. Dies sei auch bei Ablehnungen aus medizinischen Gründen normale Praxis und stünde jedem Patienten frei.

Zu Vermutungen, Hintergrund verweigerter Nierentransplantationen könne eine Überkapazität an Dialyseplätzen sein, sagte Becker, dies sei "absoluter Quatsch". Entsprechende Gerüchte gebe es schon lange, doch sie seien durch gründliche Erhebungen widerlegt.

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