Berlin : Tönender Unsinn (Kommentar)

Gerd Nowakowski

Ausstellungsfläche vergrößert? Zusätzliche Forderungen des Museums-Chefs Michael Blumenthal? Wer das glauben machen will, spielt mit der Geduld und Vergesslichkeit der Berliner Steuerzahler. Richtig ist, dass ursprünglich nur eine Abteilung des Stadtmuseums in dem Libeskind-Bau geplant war und nicht ein eigenständiges jüdisches Museum. Ein tönender Unsinn bleibt es dennoch, für die Kostensteigerungen den Übergang vom "leisen" zum "lauten" Konzept verantwortlich zu machen. Vielmehr war der Bau von vornherein ein finanzielles Abenteuer. Die Baukosten wurden so heruntergerechnet, bis nur die bloße Hülle übrig blieb - sonst hätten die Parlamentarier nicht zugestimmt. Für die Innenausstattung und Ausstellungstechnik blieb deshalb kaum Geld übrig, und für die Ausstellung wurde ebenfalls nichts eingeplant. Nun will man sich die fehlenden Mittel stückchenweise mit der Haste-mal-ne-Mark-Methode holen. Ein böses Spiel.

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