Berlin : Tonnenweise Geräte für ein bisschen Baby

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Der Brutkasten, im Fachjargon „Inkubator“ genannt, ist das Basisgerät für die ersten sechs Wochen. Er ahmt die Gebärmutter nach. Bei 37 Grad wird über einen Schlauch die Luft befeuchtet, damit die Frühchen nicht austrocknen. Durch die Öffnungen können Schwestern und Eltern das Kind versorgen. Das liegt in Tücher gekuschelt, die in Wülsten um den Körper drapiert werden, so dass er zu allen Seiten begrenzt wird wie im Bauch der Mutter.

DAS ATEMUNTERSTÜTZUNGSGERÄT

Die Betonung liegt auf „Unterstützung“. Die Ärzte in der Charité Mitte sind stolz auf den kleinen Generator , der nach der so genannten „Continuous Positive Airway Pressure“-Methode funktioniert (CPAP) – zu deutsch: kontinuierlich positiver Atemwegsdruck. Bei Frühgeborenen sind die Lungen noch nicht komplett entfaltet , regelmäßige Atemzüge somit nicht möglich. Früher wurden die Kleinen intubiert und künstlich beatmet. Dabei dehnte sich aber die noch unreife Lunge, was bei einigen Frühchen dauerhafte Schäden hinterließ. Mit CPAP läuft das anders. Der Beatmungsschlauch wird über die Nase zugeführt und endet bereits im Rachenraum. Der CPAP-Generator sorgt dafür, dass die Lungen beim Ausatmen nicht ganz zusammenfallen. Er hält Atemwege und Lunge durch den kontinuierlichen Druck offen und leitet angefeuchtete, auf 38 Grad erwärmte Luft zu. So unterstützt er die Atemfunktion nur, den Rest erledigt das Frühgeborene alleine.

DIE MAGENSONDE

Der Schlauch, der seitlich in den Mund des Frühgeborenen führt und an der Wange mit einem Pflaster festgeklebt ist, gehört zur Magensonde. Über sie wird Nahrung zugeführt, weil die Kleinen noch nicht gut schlucken. Mehrmals am Tag bekommen sie ein paar Milliliter Muttermilch. Um ihre Saugreflexe zu aktivieren, dürfen sie ab und zu an einem mit Tee befeuchteten Wattestab lutschen.

DIE INFUSIONSPUMPE

Frühgeborene bekommen zusätzlich Infusionen mit Aminosäuren-, Zucker-, Eiweiß- und Fettlösungen. Der Beutel baumelt über dem Inkubator, die Lösung wird in einem Schlauch über einen Zugang in Arm oder Kopf geleitet.

DER MONITOR

In gezackten Linien zeigt er Herztätigkeit, Sauerstoffsättigung im Blut und Atemfrequenz. Außerdem wird der Blutdruck gemessen. Dazu sind auf dem Körper des Frühgeborenen Elektroden angebracht und eine Leuchtdiode am Fuß. Wenn ein bestimmter Wert unterschritten wird, piept der Monitor – ein Geräusch, vor dem sich Eltern zunächst immer erschrecken . Später wissen sie, dass nur ein schrilles hohes Piepsen Gefahr signalisiert. Zum Beispiel, wenn das Kind im Schlaf vergisst zu atmen. Kurzes Streicheln behebt das aber meistens schnell.

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