Topmodel vor Gericht : Steuerprozess gegen Auermann zieht sich hin

In erster Instanz wird ein Schuldspruch gegen Nadja Auermann immer wahrscheinlicher. Die Anklage wirft ihr vor, den Fiskus zwischen 1999 und 2002 um rund 270 000 Euro geprellt zu haben.

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Hitze im Saal und zunehmend hitzig auch die Debatten: Das frühere Topmodel Nadja Auermann, 40, muss spätestens seit dem fünften Tag im Prozess um Steuerhinterziehung mit einem Schuldspruch zumindest in der ersten Instanz rechnen. „Hier ist es verhältnismäßig eindeutig“, sagte der Richter am Montag in einem Disput um höchstrichterliche Vorgaben.

Es geht um die Frage, ob Auermann bereits kurz nach dem Kauf einer Villa in Köpenick nicht mehr in Monaco, sondern wieder in ihrer Geburtsstadt Berlin ihren Lebensmittelpunkt hatte. Die Anklage wirft ihr vor, den Fiskus zwischen 1999 und 2002 um rund 270 000 Euro geprellt zu haben. Die alte Villa am See hatte Auermann 1998 erworben. Vor dem Amtsgericht erklärte die dreifache Mutter, dass das Anwesen als Anlage gedacht und das Haus bis 2003 auch nicht bewohnbar gewesen sei. Erst im Juli 2002 habe sie Monaco verlassen und in Potsdam eine Wohnung gemietet.

Zeugen bestätigten jahrelange Bauarbeiten an und in der Villa. „Nicht ein Zeuge sagt, dass private Dinge von ihr in dem Haus waren“, sagte der Verteidiger. Ein Wohnsitz sei nicht begründet worden. Der Richter konterte: „Es müssen nur Räume vorhanden sein, die zum Wohnen geeignet sind, und man muss da gelegentlich schlafen.“ Weitere Zeugen sollen gehört werden. Auch aus Monaco soll eine Frau anreisen. Das zunächst für den 4. Juli erwartete Urteil wird sich wohl verschieben. K.G.

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