Berlin : Topographie bis 2007 fertig?

Überarbeiteter Entwurf soll vier Millionen Euro sparen

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Es gibt neue Hoffnung, dass die „Topographie des Terrors“ fertig gebaut wird. Mit etwas Glück kann die Gedenkstätte auf dem ehemaligen GestapoGelände an der Niederkirchnerstraße 2007 eröffnet werden. Momentan ruht die Baustelle, nur die Kosten sind in den Himmel gewachsen. Aber – die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat die überarbeiteten Pläne des Architekten Peter Zumthor geprüft und kam gestern zu dem Ergebnis: „Ein Weiterbau im vorgegebenen Kostenrahmen von 38,85 Millionen Euro wird für möglich gehalten.“

Gespart werden soll an der komplizierten Baukonstruktion, an der Inneneinrichtung und der Außenanlage rund um das Dokumentations- und Begegnungszentrum. Die grazilen Stäbe aus Spezialbeton, die das gesamte Gebäude zusammen halten, werden nicht mehr an 18 000, sondern nur noch an 6 000 Stellen miteinander verbunden. Das mindert den Material- und Zeitaufwand; die Statik leidet angeblich nicht „und der Laie kann die Veränderungen nicht erkennen“, sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Petra Reetz. Drei Millionen Euro könnten so eingespart werden. Eine weitere Million Euro käme dazu, wenn sich die Stiftung der „Topographie des Terrors“ bereit erklärt, das Innere und das Umfeld des Bauwerks etwas bescheidener auszustatten. Das fängt bei den Vorhängen und den Bildwerfern in den Ausstellungsräumen an und hört bei der Grünanlage auf.

Der Beirat der Stiftung, der gestern tagte, ist grundsätzlich bereit, diese Einsparvorgaben zu akzeptieren. Die Stiftung will aus eigener Kraft Finanzmittel mobilisieren, um den geplanten Standard doch noch abzusichern. Bis zum Jahresende sollen die Bauleistungen neu ausgeschrieben werden und Senator Peter Strieder (SPD) hofft, dass die Angebote den neu berechneten Kosten entsprechen. „Erst wenn dies sichergestellt ist, könnten die Bauarbeiten frühestens im Sommer 2004 fortgesetzt werden“, erklärte Strieder. Dem Architekten, der seine Pläne lange Zeit nicht verändern wollte, gab er mit auf den Weg: „Es war an der Zeit, dass Peter Zumthor dazu beiträgt, seinen herausragenden Entwurf im – vom Parlament zuletzt beschlossenen – Kostenrahmen verwirklichen zu helfen.“

Das Abgeordnetenhaus und der Landesrechnungshof werden mit Argusaugen darüber wachen, dass die im Juli 2001 genehmigten Gesamtkosten von 38,9 Millionen Euro eingehalten werden. Davon zahlt der Bund die Hälfte. Die „Topographie des Terrors“ war 1992 mit 10,7 Millionen Euro in die Investitionsplanung aufgenommen worden. Eine Summe, die nach Meinung des Rechnungshofes „weder inhaltlich noch baufachlich abgesichert“ war. Seitdem stiegen die Kosten der „Stabwerkfassade mit verglasten Zwischenräumen“ unaufhörlich an. Bis auf 45,9 Millionen Euro im September 2000. Erst dann zog das Parlament die Notbremse. za

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