Berlin : "Topographie des Terrors": Bauen, wenn der Preis stimmt

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Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors kann weiter gebaut, der Baustopp nach den Worten von Bausenator Peter Strieder im Herbst aufgehoben werden, was man auf der Baustelle aber erst im Frühjahr 2002 sehen wird. Voraussetzung ist allerdings, dass die Baukosten auf 76 Millionen Mark begrenzt werden und sich der Bund zur Hälfte daran beteiligt. So beschloss es gestern der Senat vorbehaltlich der Zustimmung des parlamentarischen Hauptausschusses. Bausenator Peter Strieder und Kulturstaatsminister Julian Nieda-Rümelin hatten sich bei einem Treffen mit dem Schweizer Architekten Peter Zumthor auf die Höchstkosten und deren Aufteilung je zur Hälfte zwischen dem Bund und Berlin festgelegt.

Strieder gab zu, dass der Architekt mit den kostensparenden Änderungen und Vereinfachungen nicht einverstanden ist. Doch sei nicht jedes Detail urheberrechtlich geschützt. Er sprach von "Bockigkeit und Starallüren" Zumthors. Der Architekt könne nicht auch Bauherr, Finanzier und Gestalter sein. Wegen der Kostenexplosion hatte Strieder eine Expertenkommission aus Vertretern der Stiftung Topografie des Terrors, der Bau- und der Kulturverwaltung berufen, die den Entwurf abgespeckt hat. Zunächst sollte das Bauwerk 36 Millionen Mark kosten. 1995 war von 45 Millionen Mark die Rede und schließlich von 100 Millionen und mehr. Der Bund hatte sich lediglich zur Hälfte an den ursprünglichen Kosten, also mit 18 Millionen Mark, beteiligen wollen.

Finanzsenator Peter Kurth (CDU) stimmte der neuen Lösung mit dem Argument zu, dass schon 21,5 Millionen Mark verbaut sind und der Bund zwei Drittel der Mehrkosten trägt. Kultursenator Christoph Stölzl zollte der "Hartnäckigkeit" Strieders ausdrücklich Anerkennung. Strieder betonte jedoch, mit dem Weiterbau werde erst begonnen, wenn die Ausschreibungen ergeben, dass die Kostenkalkulation stimmt: "Zu 90 Prozent sind wir kostensicher." Er sei aber nicht bereit, einen "Unsicherheitsbereich" zu akzeptieren. Man werde das Dokumentationszentrum nicht um jeden Preis bauen. Die "Topographie des Terrors" dient der Dokumentation des Gestapo-Hauptquartiers an der Wilhelm- Ecke Niederkirchner Straße in Mitte. Gespart wird am Rohbau, an der Art der Verglasung der Zwischenräume zwischen den Betonstelen sowie an den Außenanlagen mit Wegen und Robinienwäldchen. Im November soll, wenn alles gut geht, mit der Produktion der Stelen begonnen werden.

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