"Topographie des Terrors" : Neubau eröffnet Ende 2009

Seit dreizehn Jahren wartet Berlin auf den Neubau des NS-Dokumentationszentrums. Nun liegt ein neuer Entwurf vor. Ab Freitag können die Wettbewerbsentwürfe bestaunt werden.

Berlin - Der Neubau des NS-Dokumentationszentrums "Topographie des Terrors" wird voraussichtlich Ende 2009 eröffnet. Der geschäftsführende Direktor der Stiftung "Topographie des Terrors", Andreas Nachama, sagte am Mittwoch zur Eröffnung der Ausstellung "309 Entwürfe", der Siegerentwurf des zweiten Realisierungswettbewerbs sei ein "überzeugendes Ergebnis". Mit Änderungen nur im Detail könne der Entwurf ab Ende 2007 umgesetzt werden. In der Ausstellung werden von Freitag bis 17. April 2006 die insgesamt 309 für den Wettbewerb eingereichten Entwürfe gezeigt.

Der Entwurf der Architektin Ursula Wilms und des Landschaftsarchitekten Heinz W. Hallmann ist ein reduzierter, zweigeschossiger Kubus, der die Form des nebenan liegenden Gropius-Baus aufnimmt. Die Fassade aus einem hellen Metallgeflecht erlaubt aus dem Inneren des Gebäudes den Blick auf die Freifläche. Neben den Ausstellungsbereichen und einem Café im Obergeschoss wird das Gebäude im Kellergeschoss eine für Besucher zugängliche Bibliothek sowie Institutsräume beherbergen.

Offene Wunde der Stadt

Bis zur Neueröffnung werde die bisher provisorische Ausstellung auf dem Gelände in der Niederkirchnerstraße, die jährlich von 400.000 Menschen besucht werde, fortgeführt, sagte Nachama. Mit den neuen Möglichkeiten des Gebäudes und der Geländegestaltung wolle man den Eindruck auf die Besucher noch "kräftiger" machen. Nachama betonte, als "offene Wunde in der Stadt" werde das Gelände auch in Zukunft noch erkennbar sein, beim Neubau werde nichts weggeschönt.

Aus einem ersten Wettbewerb vor 13 Jahren war der Schweizer Architekt Peter Zumthor als Sieger hervorgegangen. Sein Bau war jedoch im Frühsommer 2004 gestoppt worden, nachdem absehbar geworden war, dass das Projekt die bereits auf 38 Millionen Euro verdoppelten Kosten überschreiten werde. Die von Zumthor entworfenen Treppentürme waren daraufhin abgerissen worden.

Die Gesamtkosten, die sich Bund und Berlin teilen, werden mit 20 Millionen Euro veranschlagt. (tso/ddp)

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