Berlin : Topographie: Turmabriss im Oktober

Einigung über Relikte des ersten Entwurfs

Sabine Beikler

Die drei Treppentürme auf dem Gelände der Topographie des Terrors sollen noch im Oktober abgerissen werden. Das sagte Manuela Damianakis, Sprecherin der Senatsbauverwaltung, dem Tagesspiegel. Statt der ursprünglich geplanten Kosten von 1,2 Millionen Euro werde der Abriss jetzt billiger und soll weniger als eine Million Euro kosten. PDS-Kultursenator Thomas Flierl nannte kürzlich einen Preis von 750 000 Euro. Um Kosten zu sparen, will die Bauverwaltung den verbauten Stahl weiterverkaufen.

Die Treppentürme sind Relikte des Entwurfs von Architekt Peter Zumthor. Von ihm hatten sich Bund und Land Ende Mai getrennt. Laut Damianakis hat man sich „freundschaftlich“ auf den Abriss geeinigt. Von Zumthor war am Mittwoch keine Stellungnahme zu erhalten. Der Schweizer Architekt wird aber am 26. Oktober ab 20 Uhr in der Akademie der Künste über seinen Entwurf sprechen.

Die „Initiative Zumthor Forum“ um den Berliner Architekten Bernhard Strecker will den Abriss verhindern und hofft noch auf ein „einvernehmliches Gespräch“ zwischen Zumthor, Bund, Land und der Stiftung Topographie des Terrors. Strecker und „Dutzende andere Kulturschaffende“, plädieren für einen Weiterbau Zumthors, weil dessen Entwurf „städtebaulich und architektonisch als richtige Antwort auf den Ort und die Thematik“ anerkannt sei. Das Projekt könne „im Rahmen der politisch bewilligten Mittel“ realisiert werden. Geplant waren 38,8 Millionen Euro für den Zumthor-Bau. Nach dem Verzicht auf dessenEntwurf bleiben jetzt noch 23 Millionen Euro für eineUmgestaltung übrig.

Die Positionen von Kultur-Staatsministerin Christina Weiss, Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer und Stiftungsdirektor Andreas Nachama sind klar: Es soll Anfang 2005 eine europaweite Ausschreibung unter Leitung des Bundes geben. Die Stiftung werde „in alle Entscheidungen“ eingebunden, sagte eine Sprecherin von Weiss. Bis zur Neubau-Fertigstellung im Jahr 2008 werde auf dem Gelände ein Rundweg als Zwischennutzung angelegt werden, sagte Nachama. Einvernehmen gibt es in den Gremien darüber, dass künftig Archiv, Bibliothek, Seminar- und Besucherräume in einem einzigen Gebäude untergebracht werden.

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