Berlin : Topp – die Sendung steht

Am Sonnabend bringt das ZDF seine „Wetten, dass…?“-Show aus der Waldbühne. Regisseur Frank Hof setzt alle ins Bild – Gottschalk, Gäste und 18 900 Zuschauer

Cay Dobberke

Am Sonnabend schaut das halbe Land auf diese Stadt – dank ZDF, Sommer-Ausgabe von „Wetten, dass...?“ und Thomas Gottschalk. Und Frank Hof. Der 42-jährige Regisseur der Show hat seine Wahlheimatstadt Berlins ins Gespräch gebracht, als es mit dem ursprünglich geplanten Ausstrahlungsort Bregenz organisatorische Probleme gab. Frank Hof, ein gebürtiger Hesse, wohnt seit knapp drei Jahren an der Spree. „Auch Thomas Gottschalk ist gerne hier“, sagt der Regisseur. Im kommenden Oktober wird „Wetten, dass...?“ sogar schon wieder in der Stadt gastieren; dieser Termin im Velodrom war schon seit längerem geplant.

18 900 Zuschauer werden die Sendung in der seit Wochen ausverkauften Waldbühne erleben können. Wettpaten sind diesmal das Model Nadja Auermann, der Schauspieler John Cleese („Monty Python“), Basketballer Dirk Nowitzki, der TV-Unterhalter Mike Krüger und die Stars des Ende Juli startenden Kinofilms „(T)Raumschiff Surprise“: Michael Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz. Als Talkgast ist auch Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler mit dabei, als Ehrengast wird der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Publikum erwartet. Musik gibt es von Lionel Richie, Alanis Morissette, Stefan Raab, der Gruppe O-Zone, dem Berliner Duo Rosenstolz und einem türkischen Tanztheater mit 60 Mitwirkenden.

Die einzige große Sorge des ZDF-Teams ist der Regen. Die Showbühne ist zwar wettergeschützt, doch die Zuschauer sollten Schirme mitbringen. Selbst bei Regen sei aber gute Stimmung möglich, hofft der Regisseur: „Das kann zu einer Solidarisierung der Leute führen.“ Skeptischer ist Chef-Bühnenbildner Pit Fischer: „Der Berliner neigt ja ein wenig zum Missmut.“

Fischer gestaltet die Kulissen der Show seit 1983, normalerweise entwirft er für die Wetten und Showeinlagen wechselnde Dekorationen. Die Waldbühne ist dafür aber baulich ungeeignet. Es gibt kaum Platz rund um den Bühnenbereich, weshalb Teile mit Handkarren statt Lastwagen auf dem Gelände transportiert werden müssen. Angesichts der „wenigen Möglichkeiten“ entschied sich der Bühnenbildner für eine Felslandschaft aus Styropor, die im Fernsehen täuschend echt wirken dürfte. „95 Prozent der Zuschauer werden denken: Oh, die Waldbühne liegt in einem Felsmassiv!“, glaubt Fischer. Für ihn war die Zeit ungewohnt knapp. Der Aufbau seiner Kulissen konnte erst Montagmittag beginnen, weil noch am vorigen Wochenende die Philharmoniker gespielt hatten.

Die Wetten sind wie immer bis zur Sendung geheim. Eine Stadtwette gibt es nicht, weil diese nicht zum Konzept der sommerlichen Sondersendungen gehört. Die Außenwette wird auf dem Wannsee ausgetragen. Um 19 Uhr beginnt dazu eine Party im Strandbad (Eintritt frei).

Die Kernmannschaft von „Wetten, dass...?“ besteht während der Vorbereitungen aus rund 200 Mitarbeitern, am Sendetag steigt die Zahl auf 350 bis 400. „Es sind immer die gleichen Leute, deshalb sind wir wie eine große Familie“, sagt Aufnahmeleiterin Gaby Schupp. Erste „Durchlaufproben“ für den Sendungsablauf gab es am Mittwoch. Heute Abend folgt die Generalprobe mit Thomas Gottschalk. Wenig bekannt ist, dass alle Wetten bereits Wochen vor der Ausstrahlung getestet werden. „Klappt etwas gar nicht, fliegt es aus dem Programm“, erzählt Gaby Schupp. Nach der Sendung macht die Show-Familie Party: im Hotel Intercontinental.

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