Berlin : Totalsperrung: Wochenlang keine S- und U-Bahn im Südwesten

bfw/kt

Das hat es so noch nicht gegeben: Der Südwesten der Stadt wird im Sommer wochenlang weitgehend vom Schnellbahn-Netz abgekoppelt. Den Anfang macht die S-Bahn-Linie S 1, die zwölf Wochen lang in zwei Etappen total gesperrt wird. Vom 11. Juni an fahren nach den derzeitigen Plänen zwischen den Bahnhöfen Sundgauer Straße und Rathaus Steglitz keine Züge. Vom 20. Juli bis voraussichtlich zum 3. September wird dann die Sperrung über Rathaus Steglitz hinaus bis zum Anhalter Bahnhof verlängert, so dass zwischen Sundgauer Straße und Anhalter Bahnhof keine Züge fahren - fast so wie von 1980 bis 1985, als die komplette Wannseebahn stillgelegt war, nachdem die Reichsbahn den Betrieb eingestellt hatte. Neben der Erneuerung der Gleisanlagen sollen während der Sperrzeit auch die Brücken über den Hindenburgdamm und den Königsweg durch Neubauten ersetzt werden.

Die S-Bahn will die Totalsperrung nutzen, um auch am Bahnhof Schöneberg die Gleise erneuern zu können. Sonst wären sechs Unterbrechungen an Wochenenden erforderlich gewesen. Mit der nach Angaben der S-Bahn bisher nie gekannten Sperrzeit werden die Gleisarbeiten auf der Wannseebahn zwischen Anhalter Bahnhof und Zehlendorf beendet. Der Abschnitt Zehlendorf - Wannsee folgt dann 2002. Nach Abschluss der Arbeiten kann der Zugabstand auf fünf Minuten verringert werden. Bisher ist hier nur ein Zehn-Minuten-Betrieb möglich.

Ein Ausweichen auf die U-Bahn-Linie U 1 wird auch nicht immer möglich sein. Die BVG will nämlich in den Semesterferien die Gleisanlagen und Bahnhöfe zwischen Krumme Lanke und Podbielskiallee "auffrischen". Die Züge fahren dann von der Warschauer Straße kommend nur bis zum Bahnhof Breitenbachplatz. Der Verkehr muss ohnehin eingestellt werden, weil die Bauverwaltung die Brücken über der hier im Einschnitt liegenden U-Bahn-Strecke erneuern lässt.

Offen ist, wie der während der Sperrung erforderliche Ersatzverkehr mit Bussen organisiert wird. Die BVG hat bereits jetzt so gut wie keine Reserven mehr. Um Doppeldecker zu ersetzen, die abgestellt werden mussten, weil sie, wie berichtet, Rostschäden haben, ist bereits jetzt alles im Einsatz, was fahren kann.

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