Berlin : Toter SEK-Mann: Schütze vor Gericht

Prozess gegen Yassin Ali-K. wegen Totschlags beginnt am 10. Oktober

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Mehr als fünf Monate nach dem tödlichen Schuss auf den Berliner SEKBeamten Roland Krüger muss sich der mutmaßliche Schütze Yassin Ali-K. vom 10. Oktober an vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-Jährigen Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Yassin Ali-K. hatte die Tat im April gestanden. Für den Prozess seien vorerst drei Verhandlungstage angesetzt, sagte Justizsprecher Björn Retzlaff.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hatte am 23. April dieses Jahres die Wohnung von Ali-K. gestürmt, um diesen festzunehmen. Dieser hielt aber nach eigenen Angaben die Polizisten für Mitglieder einer verfeindeten Großfamilie, deshalb habe er geschossen. Roland Krüger wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen. Er starb wenige Tage später. Ein zweiter Polizist war ins Bein getroffen und schwer verletzt worden.

Dem Ganzen liegt ein Streit zwischen zwei libanesisch-kurdischen Clans zugrunde, die offenbar um die Macht im Türstehermilieu kämpfen. Angeblich fürchtete Yassin Ali-K. einen Racheakt, denn zuvor hatte es eine Messerstecherei vor der Diskothek „Jungle Club“ in Rudow gegeben. Diese Disko wird anscheinend von Ali-K.s Familie kontrolliert, der konkurrierende Clan Al-Z. will sie aber offenbar übernehmen. fk

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