Totschlag : Prozess gegen 19-Jährige Messerstecherin

Im Mordprozess gegen ein 19-jährige Luxemburgerin, die ihren Freund mit 30 Messerstichen umgebracht hat, steht die Frage der Schuldfähigkeit im Mittelpunkt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwägen eine Unterbringung in der Psychatrie.

BerlinAls die alarmierten Polizisten eintrafen, legte die damals 18-Jährige sofort ein Geständnis ab: Stephanie J. hatte im Streit auf ihren 40-jährigen Freund eingestochen. Mehr als 30 Stich- und Schnittverletzungen wurden später festgestellt. „Ich habe ihn umgebracht“, sagte sie kurz nach der Tat am späten Abend des 1. Juni vorigen Jahres. Seit gestern steht sie wegen Totschlags vor dem Landgericht. Zentrale Frage wird die nach der Schuldfähigkeit der Angeklagten sein. Nach Angaben von Prozessbeteiligten kommt ihre Unterbringung in der Psychiatrie in Betracht.

Die aus Luxemburg stammende Angeklagte war Ende 2006 nach Berlin gekommen. Eine eigene Wohnung hatte sie nicht. Der mehr als doppelt so alte Mann nahm sie wenige Wochen vor der Tat bei sich auf. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Eifersucht des Mannes zu der tödlichen Auseinandersetzung in der Wohnung in der Schöneberger Hochkirchstraße führte. Zunächst habe der Gas-Wasser-Installateur seiner Geliebten einen Teller mit Spaghetti in den Schoß gegossen und sie mit der flachen Hand geschlagen. Stephanie J. habe erst mit Fausthieben, dann mit Messerstichen reagiert. Der Mann starb noch am Tatort. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.K. G.

0 Kommentare

Neuester Kommentar