Totschlagsversuch : Prozess gegen 22-jährigen Messerstecher begonnen

Nach einer Serie von Messerattacken auf Passanten muss sich ein 22-jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten. Dem offenbar unter Wahnvorstellungen leidenden Beschuldigten wird neben Körperverletzung auch versuchter Totschlag in drei Fällen vorgeworfen.

Berlin - Er soll im Zustand der Schuldunfähigkeit insgesamt fünf Passanten auf der Straße wahllos mit Messern angegriffen und zum Teil lebensgefährlich verletzt haben. Im so genannten Sicherungsverfahren strebt die Staatsanwaltschaft die Unterbringung des jungen Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der 22-Jährige soll im April vorigen Jahres in der Emserstrasse in Wilmersdorf auf zwei junge Männer mit einem Messer eingestochen und anschließend einen Begleiter mit einem Samuraischwert attackiert haben. Eines der Opfer konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Lunge und Herzbeutel waren durch Stiche getroffen worden. Eigenen Angaben nach hatte er in den drei Männern, die auf ihn zukamen "Geister" gesehen und einen "Schreck" bekommen und zugestochen. Er habe jedoch keine Erinnerung daran, auch noch das Samuraischwert gezogen zu haben, sagte der 22-Jährige.

Dem Staatsanwalt zufolge hatte der verwirrte junge Mann bereits im Dezember 2005 am U-Bahnhof Güntzelstraße zwei Männer mit einem Messer bedroht und einen davon durch einem Stich im Rücken verletzt. Auch damals war er nach eigenen Angaben "in Panik" geraten, als er auf dem Heimweg von einer Kneipe den Jugendlichen begegnete. Er habe sich "verteidigt" und sei dann weggerannt, sagte er. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. (tso/dpa)

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