Berlin : Tourismus digital

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Die neuen Touristeninformationen sind gewöhnungsbedürftig. Konzentriert ruht der Blick auf dem kleinen Display des Westentaschencomputers, neudeutsch auch Organizer oder Personal Digital Assistent genannt. Das Licht am Pariser Platz blendet etwas, die Karte von den Sehenswürdigkeiten rund um das Brandenburger Tor ist mitunter schwer zu erkennen. Auch stört der von Zeit zu Zeit aufkommende Baulärm, um genauer zu verstehen, was einem dort aus den kleinem Lautsprecher des Organizers über Berlins gute Stube vorgelesen wird. Das macht jedoch nichts: Denn noch ist der multimediale Stadtführer mit dem „MobilTour“, der gestern zum Jahrestag des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 vorgestellt wurde, nur ein Prototyp. Doch die Möglichkeiten der kleinen Geräte, die an jeder Sehenswürdigkeit per Funk mit entsprechenden Informationen aufgeladen werden, sind erkennbar.

Die „MobilTour – Die Berliner Mauer“ ist ein Gemeinschaftsprojekt zweier Technologie-Firmen und des Berliner Forums für Geschichte und Gegenwart, das für die Inhalte und deren Aufbereitung sorgt. Der Senat hat das Projekt bereits Ende 2001 als förderungswürdig eingestuft, allerdings steht die Finanzierung noch unter Vorbehalt. Am 27. Juni wollen Berlins Haushalter darüber entscheiden, ob die neuen Touristenführer die benötigten rund 400 000 Euro wert sind. Das Geld wird einerseits für die Organizer benötigt, die den Touristen als Leihgeräte in ausgewählten Hotels oder über die Berlin Tourismus Marketing-Gesellschaft ausgehändigt werden. Andererseits muss entlang der ehemaligen Mauer von der Bernauer Straße über weitere Stationen wie Reichstag, Brandenburger Tor und Potsdamer Platz bis zur Kochstraße ein Netz von zwölf Funkstationen aufgebaut werden, die die Infos zu den jeweiligen Orten bereitstellen. Zudem muss das vorhandene Material so umgewandelt und ergänzt werden, dass es auf die kleinen Geräte passt – am besten zugleich in Deutsch, Englisch und Französisch.

Damit aus dem Pilotprojekt bis Anfang 2003 ein Regelbetrieb werden kann, muss die „MobilTour“ wirtschaftlich arbeiten. Finanzieren soll sich das Angebot durch Gebühren, die die Touristen für die Basistour sowie die besuchten Sehenswürdigkeiten zahlen. Zudem sollen Restaurants, Hotels und Geschäfte als werbende Sponsoren eingebunden werden. sag

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