Tourismus in Berlin : Zu Pfingsten ist die Stadt voll

An diesem Wochenende wird’s eng: Zwei Millionen Gäste sind über Pfingsten da. Und ein Ende des Tourismusbooms ist nicht absehbar – weitere 18 000 Hotelbetten sind schon in Planung.

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Ausflugswetter. Zu Pfingsten lockt Berlin außergewöhnlich viele Besucher an. Schiffstouren sind ein Klassiker, aber auch der Karneval der Kulturen ist längst überregional bekannt.
Ausflugswetter. Zu Pfingsten lockt Berlin außergewöhnlich viele Besucher an. Schiffstouren sind ein Klassiker, aber auch der...Foto: dpa

Und jetzt spielt auch noch das Wetter mit. Viel Sonne und 25 Grad sind für Pfingstsonntag angesagt – und kein Regen.

„Die Stadt ist voll“, sagt Katharina Dreger, die Sprecherin der Marketinggesellschaft Visit Berlin. Mehr als zwei Millionen Gäste werden in der Stadt erwartet. Speziell der Karneval der Kulturen sei für viele Besucher „das Highlight, das die kulturelle Vielfalt der Stadt widerspiegelt“. Aber auch sonst „platzt der Veranstaltungskalender beinahe aus allen Nähten“. Viele Hotels seien ausgebucht.

„Der Tourismus wächst ungebremst“, sagt Dreger und verweist auf die jüngsten Zahlen des Amts für Statistik: Demnach kamen im März rund eine Million Gäste nach Berlin – 6,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg noch stärker (17,1 Prozent). Trotz des langen und kalten Winters hätten im ersten Quartal mehr Touristen als je zuvor die Stadt besucht.

Es werden auch immer mehr Hotels gebaut. Die jüngsten Neueröffnungen sind das „Generator Berlin Mitte Hostel“ an der Oranienburger Straße mit 560 Betten sowie das von Österreichern geführte „Amedia“-Hotel am Kurfürstendamm / Ecke Knesebeckstraße mit 194 Zimmern. Dort blieb der Schriftzug „CCC Filme in aller Welt“ an der Fassade erhalten, denn das Haus am Ku’damm gehört dem Filmproduzenten Artur „Atze“ Brauner, der nebenan auch sein „Hollywood Media Hotel“ betreibt.

Die Zahl der Hotelbetten hat sich von 2001 bis heute mehr als verdoppelt – von 62 000 auf fast 126 000, die Zahl der Beherbergungsbetriebe stieg von 543 auf 772. Nach einer Statistik des Hotel- und Gaststättenverbands, die Zimmer statt Betten auflistet, kamen im vorigen Jahr 1680 Hotelzimmer hinzu und in den ersten vier Monaten 2013 mindestens 815. Dazu trugen beispielsweise die Eröffnung des Luxushotels Waldorf-Astoria am Breitscheidplatz und des „Wyndham Grand Berlin Potsdamer Platz“ an der Halleschen Straße in Kreuzberg bei. Und es werden immer mehr, heißt es bei Visit Berlin, für 2013 erwarten die Tourismuswerber einen Zuwachs auf rund 138 000 Betten in 800 Hotels, Pensionen und anderen Unterkünften.

Nach Kenntnis des Hotelverbands dürften noch rund 20 neue Häuser in diesem Jahr eröffnen – darunter das erste deutsche Hotel der spanischen Riu-Kette im Philips-Hochhaus neben der Urania in Schöneberg, zwei Häuser der Ibis-Gruppe in der Bayreuther Straße am Wittenbergplatz, das „Leonardo Boutique Hotel“ in der Straße Am Zirkus in Mitte und das Intercity-Hotel an der Katharina-Paulus-Straße nahe dem Hauptbahnhof.

Für die kommenden Jahre sind dem Verband bisher 41 Hotelprojekte mit mehr als 18 300 Betten beziehungsweise mehr als 9100 Zimmern bekannt. Die meisten Häuser seien in der Kategorie drei bis vier Sterne geplant, heißt es. Eines der größten Vorhaben ist das Hotel der Budgetkette Motel One, das 2016 mit 582 Zimmern im künftigen 118-Meter-Hochhaus „Upper West“ am Breitscheidplatz öffnen soll.

Das große Angebot hält die Preise niedrig, was wiederum einen Teil der Attraktivität Berlins für Besucher aus aller Welt ausmacht. Im Durchschnitt kostet eine Übernachtung 82 Euro – deutlich weniger als in New York (189 Euro), London (139 Euro), Paris (127 Euro) oder Rom (106 Euro).

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